Boniswiler Gemeinderat akzeptiert Umdenken des Kantons nicht
Der Gemeinderat Boniswil verlangt vom Kanton die Überarbeitung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die Seengerstrasse. Er ist mit der verkehrslastigen Ausrichtung nicht einverstanden.

In den Jahren 2007/08 hatte die Brugger Planungsfirma Metron im Auftrag des Kantons und in Absprache mit der Gemeinde hinsichtlich der notwendigen Sanierung der Seengerstrasse ein Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) ausgearbeitet.
Umsetzungsziele waren sichere und attraktive Fuss- und Radverkehrsverbindungen, das Reduzieren der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs im Erscheinungsbild der Strasse, angepasste Fahrweise durch die Strassengestaltung, Stärken des innerörtlichen Charakters der Strasse. Wegen der starken Belastung durch die Bahnverlegung und die Sanierung der Seetalstrasse wurde das Projekt Seengerstrasse hinausgeschoben.
Im Frühling 2015 hat der Kanton erklärt, bei ihm habe ein Umdenken stattgefunden. Die Seengerstrasse soll nicht mehr siedlungsorientiert, sondern verkehrsorientiert saniert werden. Es seien die Normen anzuwenden, welche der zunehmende Verkehr benötige. So sollen zum Beispiel mithilfe von Landerwerb die Kurven gestreckt werden.
Überarbeitung verlangt
Auf Verbesserungsmassnahmen für die Velofahrer soll ganz verzichtet werden. Nach einer Videoüberwachung des Velo- und des Fussgängerverkehrs hat der Kanton sogar festgestellt, dass die beiden bestehenden Fussgängerstreifen bei der Einmündung Mättlistrasse und beim Dorfeingang aufgehoben werden sollen.
Mit dieser neuen kantonalen Zielsetzung und deren Auswirkungen will sich der Gemeinderat auf keinen Fall abfinden. Er hat dem Kanton deshalb beantragt, es sei vor Beginn der Projektierung das bestehende BGK durch die Metron aufarbeiten zu lassen. Es soll dazu die bfu beigezogen werden und die Abteilung Ortsbildpflege. (RH)



