Birrwil bekommt Dorfmärt

Bereits im letzten Oktober stellte Fabian Birrer seine geplante Masterarbeit zum Thema Dorfladen in Birrwil vor. Nun hat er seine Erkenntnisse präsentiert und gezeigt, wie es weitergehen wird.

Masterarbeit bestanden: Fabian Birrer präsentiert seine Erkenntnisse an einem zweiten «Schür-Obe». Foto: Larissa Hunziker
Masterarbeit bestanden: Fabian Birrer präsentiert seine Erkenntnisse an einem zweiten «Schür-Obe». Foto: Larissa Hunziker

Im vergangenen Oktober begann Fabian Birrer mit dem Erarbeiten seiner Masterarbeit in sozialer Arbeit. Sein Ziel war es, herauszufinden, ob ein Dorfladen in Birrwil eine Chance hätte. Dazu verschickte er an alle Haushalte einen Umfragebogen mit Fragen zu gewünschtem Angebot oder Öffnungszeiten.

Ende Oktober präsentierte Birrer die Umfrageergebnisse am «Schür-Obe» in der Kirchenscheune Birrwil. Aus dem anschliessenden Workshop, bei dem Ideen für einen Dorfladen gesammelt wurden, ergab sich ein klares Bild. Für viele stand fest, dass es ein kommerziell betriebener Laden in Birrwil schwer hätte. Fabian Birrers Fazit am Ende des Abends war dennoch zuversichtlich, da er einen Kern von Interessierten sah, die vielleicht etwas bewegen könnten.

«Nutzbare Grundlage»

Nun sind fast vier Monate seit dem ersten «Schür-Obe» vergangen. Letzten Freitag lud Fabian Birrer erneut in die Kirchenscheune ein. Er berichtete über die Erkenntnisse seiner Masterarbeit und gab einen kleinen Ausblick darauf, was seit Oktober im Dorf passiert ist. Wie schon am ersten «Schür-Obe» erwähnte Birrer die Gefahr, dass Birrwil zu einem Schlafdorf werden könnte.

Birrwil ist die viertälteste Gemeinde im Kanton, gemessen am Alter der Einwohner. Wenn die anteilsstärkste «Babyboomer-Generation» einmal nicht mehr mobil sein wird, ist sie auf eine funktionierende Nahversorgung mit Lebensmitteln im eigenen Dorf angewiesen. Ein Dorfladen würde zudem auch einen Begegnungsort für ältere, alleinstehende Personen bieten.

Das Ziel von Birrers Masterarbeit war es denn auch, den Bedarf eines Dorfladens abzuklären. Er sei davon ausgegangen, dass ein kommerzieller Laden nicht funktioniere, so Birrer. Deshalb habe er sich gefragt, wie die Form und das Angebot eines Dorfladens sonst aussehen könnten.

Sein Ziel war es, die Bevölkerung an der Entwicklung des Angebots aktiv teilnehmen zu lassen. Dazu führte er die angesprochene Umfrage durch und interviewte mehrere Einwohner. Er habe mit seiner Masterarbeit eine nutzbare Grundlage zu Bedarf und Bereitschaft für einen Dorfladen geschaffen, zieht Fabian Birrer Bilanz.

Erster Dorfmärt Ende April

Ganz besonders freute es ihn, anzukündigen, dass aus dem ersten «Schür-Obe» eine Arbeitsgruppe entstanden ist. Damit übergab er Barbara Härri das Wort, die den Anwesenden gleich vorneweg ankündigte, dass Birrwil einen Dorfmärt erhalten werde. Am Samstag, 28. April, ist der erste Dorfmärt auf der Wiese vor dem Gemeindehaus geplant. Sicher werde man Brot und Dörrfrüchte im Angebot haben, ab Mai dann auch Gemüse. Weitere Anbieter von Waren aller Art seien willkommen, sagte Härri.

Dabei geht es den Initianten nicht nur um die Möglichkeit zum Einkaufen, sondern auch darum, einen Begegnungsort zu schaffen. Man darf also gespannt sein auf den ersten Birrwiler Dorfmärt.

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