Besonderes am Seetaler Nachthimmel im Juli

Seetal Obschon der Juli bisher bewölkt und trüb war, liessen sich doch einige Besonderheiten am Nachthimmel beobachten.

Der rote Heumond ist ein seltenes Phänomen. Foto:  Andreas Walker

Der rote Heumond ist ein seltenes Phänomen. Foto: Andreas Walker

Auf diesem Bild erkennt  man das seltene Erdlicht.Foto:  Andreas Walker

Auf diesem Bild erkennt man das seltene Erdlicht.Foto: Andreas Walker

Die leuchtenden Nachtwolken über Hallwil.Foto:  Andreas Walker

Die leuchtenden Nachtwolken über Hallwil.Foto: Andreas Walker

In diesem verregneten Juli könnte man manchmal meinen, es gebe nur noch Grau und Nass. Doch Meteorologe Dr. Andreas Walker konnte einige Highlights am Himmel beobachten. Und einmal mehr zeigt sich: Wer Schönheit sehen will, der kann sie auch finden.

Leuchtende Nachtwolken

Am 8. Juli waren im Seetal leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Im Gegensatz zu anderen Wolkenarten, die maximal eine Höhe von 13 Kilometern erreichen, treten die leuchtenden Nachtwolken in einer Höhe von etwa 80 bis 85 Kilometern in der Mesosphäre auf. Sie entstehen, wenn es in dieser Höhe etwa minus 150 Grad Celsius kalt ist, was von Mai bis August vorkommt.

Eigentlich sind diese Wolken vor allem in Nordeuropa sichtbar. In seltenen Fällen können im Hochsommer jedoch auch bei uns leuchtende Nachtwolken beobachtet werden, wenn die Sonne in einem Winkel von 6° bis 16° unter dem Horizont steht. Somit sind diese Wolken bei uns etwa 90 Minuten nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang am besten sichtbar. Nur dann werden sie noch von der Sonne beschienen, während der Himmel bereits dunkel ist. Die Bilder wurden in Hallwil aufgenommen.

Mond mit Erdlicht

Ebenfalls am 8. Juli war ein interessanter Monduntergang zu beobachten. Am blauen Abendhimmel war die schmale, zunehmende Mondsichel deutlich am Himmel sichtbar. Zudem war auch die dunkle Seite des Mondes noch zu erkennen. Es handelt sich dabei um das sogenannte Erdlicht. Es entsteht von der sonnenbeschienenen Erde, die ein Astronaut auf der dunklen Mondseite als volle, leuchtende Kugel sehen würde. Zu dieser Zeit scheint also auf der Nachtseite des Mondes die volle Erdkugel und erhellt die dunkle Mondoberfläche – ähnlich wie wir es von hellen Vollmondnächten kennen. Die schmale Mondsichel mit dem Erdlicht ist jeweils beim zunehmenden Mond in der Abenddämmerung und beim abnehmenden Mond in der Morgendämmerung sichtbar.

Aufgang des roten Heumondes

Am Abend des 20. Juli ging der Vollmond auf. Der Vollmond im Juli wird auch «Heumond» genannt, da im Juli die Heuernte stattfindet. Wenn das Sonnenlicht durch unsere Atmosphäre dringt, wird es durch die Luftmoleküle und die Staubteilchen gestreut. Je grösser die Schichtdicke der Atmosphäre ist, die ein Sonnen- oder Mondstrahl zu durchwandern hat, desto grösser wird der Rotanteil der Farbe. Deshalb erscheinen Sonne und Mond am Horizont beim Auf- und Untergang häufig in rötlichen Farben. Die Bilder wurden in Dürrenäsch aufgenommen.

(AW/rfb)

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