Baulinien im Dorf werden neu fixiert
An einem Info-Abend in Seengen wurde über die wichtigsten Elemente des Sondernutzungsplanes Kernzone/Dorfzone informiert. Das Mitwirkungsverfahren läuft bis 12. September.

Der im Jahre 1994 erstellte Erschliessungsplan «Ortskernplanung» für zentrale Teile der Gemeinde Seengen muss ersetzt werden. «Dieses Planwerk entsprach dem damaligen Zeitgeist, ist heute aber überholt», so der zuständige Gemeinderat Gianni Asquini in seiner Begrüssung einer recht gut besuchten Orientierungsversammlung in der Mehrzweckhalle.
Rund 100 Personen liessen sich von Asquini und den beiden beauftragten Fachplanern Paul Keller und Philipp Husistein über die wichtigsten Punkte des neuen Sondernutzungsplanes (SNP) Kern- zone/Dorfzone informieren.
Man habe sich drei Varianten als Ersatz für die Ortskernplanung aus dem letzten Jahrhundert überlegt, so Asquini: Statt für die umfassende Totalrevision oder für die ersatzlose Aufhebung habe man sich für den Mittelweg – eine «massvolle Überarbeitung» – entschieden.
«Ortsräumliche Qualitäten» bleiben
Das Ergebnis dieser «relativ sanften Revision», das in fünf Sitzungen von einer breit abgestützten Kommission erarbeitet und von den zuständigen kantonalen Stellen bereits einmal geprüft wurde, stellten die Fachleute nun vor. Schon bereits die alte Ortskernplanung war, so Planer Keller, «eher ein Gestaltungs- als ein Erschliessungsplan» gewesen.
Den nun vorliegenden Entwurf des Sondernutzungsplans habe man an die 2013 abgeschlossene Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung, samt der damals ebenfalls verabschiedeten Bau- und Nutzungsordnung (BNO), angepasst.
Als Ergänzung zu diesen übergeordneten Planwerken werden im neuen SNP Grundeigentümern bestimmte Erleichterungen, etwa beim Abstand von Gebäuden zu Strassen, gewährt. Man wolle gewissen gewachsenen Strukturen Sorge tragen, sagte Husistein und verwies auf «ortsräumliche Qualitäten» wie den Platz bei der Alten Schmitte oder die Gliederung des Strassenraums durch Vorgärten, etwa an der Neugasse.
In einem Analyseplan sind Handlungsschwerpunkte definiert. Dass einer dieser Punkte mit schon geäusserten Absichten der Gemeinde korrespondiert, ist wohl kein Zufall: Husistein bezeichnete den Findling zwischen «Burgturm» und Schulhaus1 als «nicht geglückt». Hier ist in einem andern Projekt ein Parkplatz angedacht.
Auf der andern Seite wird der neue SNP etlichen Liegenschaftsbesitzern Vorteile bringen, werden doch die rückwärtigen Baulinien weitgehend aufgehoben. Das Mitwirkungsverfahren dauert bis am 12. September.



