Aufbruch nach dem Schock in Dürrenäsch
Mit nur drei Gegenstimmen beschlossen die Dürrenäscher an ihrer ausserordentlichen Gemeindeversammlung den Neustart für öffentliche Bauten für Schule und Vereine.

Das Verdikt am Schluss war klar: Mit 126 Ja zu 3 Nein bewilligten die Dürrenäscher Stimmbürger einen Kredit von 435000 Franken für einen Gesamtleistungswettbewerb «Schulraum+». Damit sollen die Planungen für den Bau von benötigtem Schulraum und dem Ausbau der Turnhalle vorangetrieben werden.
Das Thema ist im Dorf lange kontrovers diskutiert worden und nach der Ablehnung eines 10-Millionen-Kredits für eine neue Mehrzweckhalle samt Nebenräumen hat die Behandlung des massiv überschrittenen Planungskredits sogar den Regierungsrat zu einem Rüffel der örtlichen Behörden genötigt.
Diese Zeiten will man in Dürrenäsch nun hinter sich lassen. Und mit der von der neuen Frau Gemeindeammann Andrea Kuzma souverän geleiteten ausserordentlichen Gemeindeversammlung hat man einen wichtigen Schritt nicht nur Richtung Sachlichkeit, sondern Richtung Aufbruch getan.
Mit ihrem einleitenden Appell erntete Kuzma grossen Applaus. Vielen potenziellen Gegnern nahm sie mit ihren Ausführungen schon früh den Wind aus den Segeln («Der Steuerfuss von 89 Prozent war ein grosses Privileg.»). Über Jahre habe man den Unterhalt vernachlässigt. Kuzma: «Dürrenäsch hat lange, vielleicht zu lange gespart.»
Die Finanzen waren auch diesmal ein wichtiges Thema. «Viele sind am Orientierungsabend erschrocken über die hohen Investitionen», räumt Vizeammann Stephan Villiger als zuständiger Gemeinderat ein. Die damals genannte Zahl von 18,7 Millionen sei «für viele ein Schock» gewesen, bestätige Ammann Kuzma.
Mit der vorgesehenen Etappierung, für die der nun bewilligte Planer-Wettbewerb die Grundlagen liefern wird, und der jeweils möglichen Entscheidung über die Art der Finanzierung soll die Mitsprache des Souveräns gewährleistet werden. Kuzma: «Wir planen, nicht alles über eine Steuerfusserhöhung zu finanzieren.»
Das deutliche Verdikt kann als Vertrauensbeweis für den neu zusammengesetzten Gemeinderat gesehen werden.



