Alter Wellbaum wurde zur Bar

Ein gediegenes Geschenk durfte der Vorstand des Vereins Hammerschmiede Seengen in Seon übernehmen. Der gebrochene Wellbaum wurde durch Möbelschreiner Christoph Savoy zur Bar.

Anstossen auf die Wellbaumbar: Jörg Leimgruber, Präsident des Vereins Hammerschmiede Seengen, Möbelschreiner Christoph Savoy aus Seon und Initiant Theo Wildhaber. Foto: Fritz Thut
Anstossen auf die Wellbaumbar: Jörg Leimgruber, Präsident des Vereins Hammerschmiede Seengen, Möbelschreiner Christoph Savoy aus Seon und Initiant Theo Wildhaber. Foto: Fritz Thut

Der Verein Hammerschmiede Seengen hat sich die Sanierung der industriekulturellen Stätte an der Bergstrasse zum Ziel gesetzt. Nötig wurde die Restaurierung, weil 2011 bei einer Vorführung des Schmiedehandwerks in der Werkstatt der Wellbaum brach.

Dieses zentrale Element, das der Kraftübertragung vom Wasserrad zu den fünf Schlaghämmern dient, wurde im letzten Jahr demontiert und diesen Frühling durch einen neuen Eichenstamm ersetzt. Der defekte Stamm sollte nicht einfach entsorgt oder verbrannt, sondern einem neuen Zweck zugeführt werden. Diese Meinung vertrat Theo Wildhaber aus Seengen, der sich als Initiant und Sponsor für den Erhalt in Form einer Bartheke einsetzte.

Vorstand war «überwältigt»

Am letzten Samstag wurde nun das Endprodukt dieser Recycling-Bemühungen in der Werkstatt des Möbelschreiners Christoph Savoy am Seoner «Sternen»-Kreisel den Vorstandsmitgliedern des Vereins Hammerschmiede offiziell übergeben. Und diese erlebten einen positiven Schock: «Wir haben nicht gewusst, was uns hier erwartet», sagte Vereinspräsident Jörg Leimgruber und fuhr fort: «Und nun sind wir überwältigt.»

Im Savoyschen Atelier entstand ein wahrhaftiges Bijou. Der Kunst- und Möbelschreiner drittelte den kaputten Wellbaum. Zwei Rugel, zur Erhöhung der Mobilität auf Rädern montiert, dienen als Füsse der Tischplatte. Diese wurde aus schuppenartig angeordneten Scheiben des dritten Drittels gestaltet. Da die Eiche, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Alter von fast 200 Jahren gefällt worden war, auch jetzt noch arbeitete, füllte Christoph Savoy die entstandenen Risse mit schwarzem Kitt. So entstand eine gediegene Oberfläche, auf der in Messing das Signet des Vereins und eine Chronik-Platte eingelassen sind.

Neben Savoy arbeiteten viele weitere Handwerker zu günstigen Konditionen an diesem Kunstwerk, das an einer Stirnseite eine Glocke aufweist, die selbst beim künftigen Betrieb der sanierten Hammerschmiede nicht zu überhören sein wird. Man werde die Wellbaumbar «in Ehren halten» versprach Präsident Leimgruber. Um in der in den nächsten Monaten fertig restaurierten Schmiede Platz für das Geschenk zu finden, müssen wohl die Pläne etwas angepasst werden.

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