80 Jahre «mesa» Metallwarenfabrik – der Betrieb feierte mit dem Dorf
Sarmenstorf Die Metallwarenfabrik «mesa» hat ihren Sitz seit 80 Jahren in Sarmenstorf. Zum Jubiläum lud die Firma die Bevölkerung zu einer Feier ein und gab Einblick in die Produktion.
Hell leuchtete die Flamme auf, während einer der Mitarbeitenden mit ruhiger Hand die Metallteile miteinander verlötete. Im Raum nebenan konnten die bereits fertiggestellten Stuhlkonstruktionen betrachtet werden. Esther Höltschi erklärte: «Hier sehen Sie sie vor und nach der Verchromung.» Während der Führung durch die Metallwarenfabrik konnten die Besuchenden den Entstehungsprozess verschiedener Stühle Schritt für Schritt verfolgen. Zu Beginn wurden einzelne Metallrohre zugeschnitten, anschliessend an einer weiteren Maschine gebogen. Im weiteren Verlauf des Rundgangs ergaben sich Gelegenheiten, einem Mitarbeitenden beim Beizen der Holzelemente zuzusehen und einen Blick in die Näherei zu werfen. Als letzte Schritte folgten die Montage einer Rückenlehne sowie die Polsterung eines höhenverstellbaren Hockers. «Diese sind besonders im medizinischen Bereich nachgefragt», informierte Höltschi.
«Mit so vielen Besuchenden gleich zu Beginn hatten wir nicht gerechnet», begrüsste «mesa»-Inhaber Rainer Höltschi die Gäste herzlich. Gleich zur ersten Betriebsführung am Vormittag hatte sich eine grössere Gruppe Interessierter vor dem Firmengebäude eingefunden. Neben einer Führung hatte «mesa» ein buntes Programm mit einer grossen Hüpfburg, Kinderschminken und dazu vielfältigen kulinarischen Leckereien vorbereitet. In zwei Gruppen aufgeteilt ging es bald darauf vorbei an den verschiedenen Produktionsstufen. Höltschi erläuterte vorab: «Wir stellen die Möbel von A bis Z hier im Ort her.» Selbst die Materialien für die Produkte seien von Zulieferern aus der Region. «Das ist schön, dass wir hier im Ort so einen Betrieb haben», stellte eine Besucherin während des Rundgangs fest.
Zeitlose Möbelstücke
Seit 1946 besteht die «mesa» Metallwarenfabrik in Sarmenstorf. Bereits ein Jahr zuvor habe das Unternehmen das Patent einer «höhenverstellbaren Säule» erworben. Dieser Mechanismus sollte der Grundstein für eine damals fortschrittliche, stufenlose Sitzhöhenverstellung werden, so die Informationen im Film zur Firmengeschichte. Auch während des Rundgangs gab es einen Blick in die Historie, ein Bereich zeigte verschiedene Hocker, Stühle und weitere Möbel aus verschiedenen Jahren der Firmengeschichte. Esther Höltschi wies dabei auf ein besonderes Stück: «Dieser Hocker ist aus dem Jahr 1957 und noch immer in Gebrauch.» Die «mesa» hatte sich mittels eines Gewinnspiels auf die Suche nach älteren Möbeln gemacht.
Vor etwa viereinhalb Jahren habe er die Firma übernommen, berichtete Rainer Höltschi später. Zunächst sei es um das Gebäude gegangen, die Firma selbst sollte liquidiert werden. «Aber dann besuchte ich die Firma. Sah dabei die Maschinen und nahm diesen besonderen Geruch wahr», führte er aus. «In dem Moment fand ich, es wäre schade, wenn das alles verloren geht.» Seitdem bewährt sich «mesa» sozusagen in einer Nische mit einem kleinen, aber feinen Sortiment. «Wir haben etwa 30 Grundmodelle, die aber verschieden angepasst werden können», teilt der Inhaber mit. Das mache die Firma aus, grössere Betriebe mit Serienproduktionen hätten dazu oftmals nicht die Möglichkeiten. «So haben wir beispielsweise für Kinder mit zerebralen Beeinträchtigungen höhenverstellbare Stühle hergestellt», merkte er an. Für ein Museum fertigte «mesa» Hocker in verschiedenen Farben an. «Unsere Firma hat die Möglichkeit, auf Kundenwünsche einzugehen und sogar kleine Serien zu fertigen.» Zudem seien die Möbelstücke grösstenteils mit ihrem Design zeitlose Klassiker. Abschliessend sagt Rainer Höltschi: «Damit sind wir im Herbst an der Design-Messe ‹Neue Räume 26› in Zürich zu sehen und möchten uns dort auch einem breiteren Publikum vorstellen.»







