Bienenbärte gegen Hitzestress

Seetal Die lang anhaltende Hitze und Trockenheit macht auch den Bienen zu schaffen. Ein Bienenvolk braucht im Brutnest stabile Temperaturen zwischen 32 und 36 Grad. Steigen die Temperaturen im Stock höher, müssen die Bienen viel Energie für eine Kühlung aufwenden. Bienen sind von Natur aus eigentliche Klimakünstler. Seit Millionen von Jahren haben sie Methoden entwickelt, um ihr Nest zu kühlen, um nicht am Hitzetod zu verenden. Zu hohe Temperaturen schaden der Brut und den Jungbienen. Die Königin stellt die Eiablage ein. Es schlüpfen deshalb weniger Bienen.
Die erste Kühlmethode der Arbeiterinnen ist das Fächeln mit den Flügeln. So transportieren sie warme Innenluft nach aussen und verschaffen damit etwas Abkühlung im Innenraum. Dieses Fächeln ist harte Arbeit und verbraucht sehr viel Energie. Weiter verlassen viele Bienen den Innenraum und hängen sich aussen am Flugloch an und bilden einen sogenannten Bienenbart. Erfahrene und ältere Bienen holen Wasser aus der näheren Umgebung, was aber bei der derzeitigen Trockenheit ein grosser Aufwand ist, und bringen dieses in den Stock und verteilen es über die Waben. Das Wasser verdunstet und kühlt die Umgebung ein wenig ab. Bei diesen Kühlanstrengungen treten das Sammeln von Pollen, Nektar und die Brutpflege in den Hintergrund. Den Bienen kann geholfen werden, wenn Wassertränken bereitgestellt werden oder die Bienenstände zum Beispiel durch Sonnensegel beschattet werden. Weiteren Stress verursacht neu die Asiatische Hornisse, die sich vornehmlich auf Honigbienen spezialisiert hat. Beim Beflug der Bienenstände fliegen die Bienen nicht mehr aus. Sie bleiben im Stock. Nahrungsmangel und Hitze können zu einer Schädigung oder zum Tod des ganzen Volkes führen. Es ist zu hoffen, dass baldiger Regen und tiefere Temperaturen nicht nur für uns, sondern auch für die ganze Tierwelt eine Linderung bringen.



