Deteil kehrt ein letztes Mal zurück

Beinwil am See Vor 30 Jahren gegründet, vor 15 Jahren aufgelöst: Die Seetaler Mundartrockband Deteil feiert beim Seetalrock im Löwensaal am 21. November ein einmaliges Revival.

Deteil heizte im Löwensaal am Seetalrock 2005 ordentlich ein.Foto:  zvg

Deteil heizte im Löwensaal am Seetalrock 2005 ordentlich ein.Foto: zvg

Maurice Velati mit seinen Backgroundsängerinnen am Seetalrock 2004.Foto: zvg

Maurice Velati mit seinen Backgroundsängerinnen am Seetalrock 2004.Foto: zvg

Als Schülerband der Musikschule Reinach startete Deteil vor 30 Jahren. Es folgten Auftritte als Vorband von Gotthard sowie an Festivals wie dem Open Air Hoch-Ybrig, dem Brienzersee-Rockfestival und dem Argovia-Fäscht. Auch eine Tour quer durch die Schweiz gehörte zu ihren persönlichen Highlights. Die Seetalrock-Festivals waren als Heimspiele stets besonders. Sänger Maurice Velati erinnert sich: «Einmal wurde ich singend in einem Gummiboot durch den Saal getragen – da fühlte man sich als Rockstar!»

Mit dem letzten Album setzte die Band 2007 noch einmal alles auf eine Karte, der grosse Durchbruch blieb jedoch aus. «Wir hatten Ambitionen, rückblickend waren wir etwas naiv», sagt Velati. Deteil war ein intensives Hobby, in das viel Geld investiert wurde. Irgendwann gingen die Interessen auseinander – «das Leben passierte» –, und die Band löste sich auf.

Wieder im Proberaum

Die ehemaligen Bandmitglieder, die bis heute befreundet sind, spielten bereits vor fünf Jahren mit dem Gedanken einer Reunion zum 25-Jahr-Jubiläum. Vor einem Jahr wurde die Idee zum 30-Jahr- Jubiläum wieder aufgenommen – diesmal passte es für alle. Seit dem Frühling probt Deteil wieder regelmässig, zunächst in der Grundbesetzung, später mit Gastmusikern, die für einzelne Songs hinzukommen. Bei den Proben merkten die Musiker, dass es nach wie vor funktioniert: «Sehr vieles kam schnell wieder zurück», erzählt Velati. Im Oktober steht ein gemeinsames Bandweekend an: «Eine Mischung aus Proben und Meet-and-Greet.» Einige Gastmusiker habe man lang nicht mehr gesehen. «Sozusagen eine Klassenzusammenkunft – darauf freue ich mich sehr.»

Ganz wie früher ist es allerdings nicht mehr: Die Musiker merken, dass sie älter sind, haben aber auch einen erweiterten musikalischen Horizont. «Die Qualität ist besser, weil es weniger verkrampft ist», sagt Velati. Früher habe der Druck geherrscht, erfolgreich zu sein. Heute gehe es vor allem darum, dass der Abend Spass mache. Als Sänger merke er allerdings, dass er über die Jahre an Tonumfang verloren habe. Auch das «Umegumpe» auf der Bühne sei anstrengender geworden.

Ein einmaliges Wiedersehen

Eine regelmässige Rückkehr ist nicht geplant. Als Terminplaner der Band merke Velati, wie schwierig es sei, mit Menschen, die mitten im Leben stünden, gemeinsame Probetermine zu finden. Deshalb soll es bei diesem einen Konzert bleiben. Für viele Besucherinnen und Besucher werde der Abend ein Wiedersehen mit alten Freunden. Zu aktiven Zeiten hatte Deteil einen Fanclub mit über 100 Mitgliedern – viele davon würden sich darauf freuen, alte Zeiten aufleben zu lassen. Velati nennt den Anlass ein «inoffizielles Dorffest».

Im Zeichen des Seetalrock

Das Seetalrock-Musikfestival in Beinwil am See wurde einst von Deteil ins Leben gerufen. Ihr Abschlusskonzert gab die Band 2009 am bisher letzten Seetalrock. «Wir haben den Operettensaal erobert für moderne Musik», so Velati. Nun kehrt das Event nach 15 Jahren einmalig zurück. Der Abend beginnt ruhig mit der Band Simple, danach folgt Deteil, bevor Voltage Arc mit Hardrock den Abschluss macht. «Wir spielen alle Songs, die früher am beliebtesten waren – die Hits zum Mitsingen», sagt Velati. Dazu gibt es eine Bar und Verpflegungsmöglichkeiten sowie eine Afterparty mit DJ Urs «Lupi» Hofstetter von Argovia Classic Rock. Der Band sei vor allem eines wichtig: «Wir wollen uns Zeit nehmen, mit den Leuten zu schwatzen.»

Unterstützung, die überrascht

Die grosse finanzielle Unterstützung durch Sponsoren habe die Bandmitglieder sehr überrascht. Den Support von früher spüre man noch immer. Bei den Einwohnenden komme es gut an, dass in Beinwil am See «etwas läuft» und die Musikkultur vielfältig sei. Maurice Velati schliesst deshalb nicht aus, künftig weitere Rockevents zu organisieren.

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