«Geil, heiss und streng»: So blickt das OK auf das Turnfest zurück
Seengen Das OK des Turnfestes in Seengen liess kurz vor den Sommerferien das Spektakel Revue passieren.

Die Zahlen sprechen für sich: Über 18000 Beteiligte mit den Besucherinnen und Besuchern zählt das OK. Knapp 9500 Turnerinnen und Turner, fast 900 Helfende und rund 600 Kampfrichterinnen- und -richter. «Für uns war das Turnfest Seengen 2026 ein absoluter Erfolg», sagt OK-Präsident Christian Büchli. «Aus sportlicher, organisatorischer und gesellschaftlicher Sicht dürfen wir auf zehn fantastische Festtage zurückblicken.» Mit «gesellschaftlich» dürften wohl auch folgende Zahlen gemeint sein: 20000 Liter Bier, 4000 Bratwürste und 400 Kilogramm Fleischkäse gingen über die Tresen. Wer leistet, soll auch geniessen.
Das OK bestand aus 60 Freiwilligen. Sie planten und organisierten das Fest während einer Vorlaufzeit von dreieinhalb Jahren. Die unzähligen Stunden an Freiwilligenarbeit sind nicht selbstverständlich. Das weiss Büchli. Die Rückmeldungen würden ihn daher umso glücklicher machen: «An unserem Debriefing haben wir das Organisationskomitee gefragt, mit welchen Begriffen es das Turnfest im Rückblick beschreiben würde. Die drei meistgenannten Wörter waren «geil, heiss und streng.» Ich glaube, treffender könnte man diese zehn Tage kaum zusammenfassen.»
Eine grosse Familie hielt zusammen
Das Turnfest war ausser einem Gewitter von schönem Wetter beglückt. So schön, dass es schon fast zu viel war. Die Trockenheit und die Temperaturen machten nicht nur den Athleten, sondern auch den Helferinnen und Helfern zu schaffen. Doch die Seenger liessen sich nicht entmutigen, wie der OK-Präsident berichtet. Die Hilfsbereitschaft und der hohe Zusammenhalt haben ihn beeindruckt. Die Helferschichten waren sehr schnell besetzt. Selbst während sehr intensiver Phasen am Turnfest, bei grosser Hitze und unter Zeitdruck haben die Menschen mitgedacht, Verantwortung übernommen und sich gegenseitig unterstützt. «Ebenfalls freuen mich die vielen positiven Rückmeldungen von Vereinen, Gästen und der Bevölkerung. Überrascht hat uns auch, wie reibungslos ein Anlass dieser Grösse insgesamt funktionieren kann», meint er.
Zum Schmunzeln führte aber dennoch eine Panne: Im Barzelt kam es zu einem kurzen Stromausfall. «Plötzlich war die Musik weg. Das war natürlich nicht optimal», erinnert er sich. «Der DJ reagierte aber hervorragend, bezog das Publikum mit ein und überbrückte den Ausfall so gut, dass daraus beinahe ein eigener Programmpunkt wurde. Das ganze Zelt sang ‹Mon Amour› von Hecht.» Gröbere Zwischenfälle gab es keine. Mal ein falsch betanktes Fahrzeug oder verlorene Gegenstände. Bis auf ein Gewitter spielte das Wetter mit. Der Wettbewerbsbetrieb musste trotzdem unterbrochen werden. «Wir standen regelmässig im Austausch mit dem Meteodienst des Bundes, der uns beratend zur Seite stand. Die heftige Gewitterzelle aus dem Raum Zürich hätte auch Seengen erreichen können. Deshalb mussten wir einen Entscheid treffen», so Büchli. Die Anwesenden seien schliesslich in die grösseren Zelte und die Turnhallen evakuiert worden - dies ruhig und geordnet. Nach zwei Stunden konnte der Wettkampfbetrieb wiederaufgenommen werden.
Was bleibt nach dem Spektakel?
Als sichtbares und langfristiges Symbol bleibt die Turnfest-Linde beim Kirchgemeindehaus Seengen. Sie soll an den Anlass erinnern und steht für Bewegung, Wachstum, Beständigkeit und nachhaltigen Sport. Der OK-Präsi fasst zusammen: «Mindestens ebenso wichtig sind aber die Erinnerungen. Das Fest hat Menschen zusammengebracht und das Dorf belebt. Zugleich zeigte es, was ein Vereinsleben und viel Freiwilligenarbeit ermöglichen.» In den Vordergrund möchte er auf keinen Fall sich selbst stellen. Es ist im wichtiger, den stillen Helden die Bühne zu schenken. «Viele Menschen standen nicht im Rampenlicht. Sie organisierten im Hintergrund, bauten Anlagen auf, reinigten das Gelände, betreuten die sanitären Einrichtungen, kochten, verkauften Getränke, regelten den Verkehr, hielten Material bereit oder lösten im Hintergrund laufend kleinere und grössere Probleme. Die heimlichen Helden sind alle, die im Hintergrund gearbeitet haben.»



