Zertifikat für den «grossen Spagat»

Niederlenz-Lenzburg Die Gruben der Kies Lenz AG liefern nicht nur Rohstoffe für die Bauindustrie, sondern sind auch Lebensraum für seltene Lebewesen. Dafür gabs ein neues Zertifikat.

<em>Zertifikat wurde erneuert:</em> Michael Sutter (CEO Kies Lenz AG) und Urs Meyer (Auditor der Stiftung Natur und Wirtschaft). Foto: Fritz Thut
<em>Zertifikat wurde erneuert:</em> Michael Sutter (CEO Kies Lenz AG) und Urs Meyer (Auditor der Stiftung Natur und Wirtschaft). Foto: Fritz Thut

Die Stiftung Natur und Wirtschaft zeichnet laut eigenen Angaben «vorbildliche Areale und Umgebungsplanungen» aus. Erstmals wurden die Kieswerke in Lenzburg und Niederlenz 1999 ausgezeichnet. In der Regel alle fünf Jahre wird durch die Stiftung kontrolliert, ob die Auflagen eingehalten werden. Nun war es wieder so weit.

Mit einer Begehung der beiden Kiesgruben der inzwischen fusionierten Kies Lenz AG kontrollierte Auditor Urs Meyer von der Stiftung Natur und Wirtschaft, wie es um die Naturfreundlichkeit der Anlagen steht. Er wurde dabei begleitet von Mitgliedern der Trägerschaften. Auf dem Rundgang wurden Rehe gesichtet, aber eigentliches Ziel ist es, die Lebensräume von Reptilien und Amphibien zu erhalten und zu pflegen.

Glögglifrosch bis Ringelnatter

Dank den Bemühungen von Kies-Lenz-AG-CEO Michael Sutter und seinen Mitarbeitern bieten die Kiesgruben Tieren wie der Geburtshelferkröte (im Volksmund besser bekannt unter dem Begriff «Glögglifrosch»), der Gelbbauchunke, der Zauneidechse, der Blauflügeligen Sandschrecke und im Falle von Niederlenz auch den Ringelnattern einen nahezu idealen Lebensraum. «Kiesgruben sind zum Re-Zertifizieren immer super», sprach Auditor Meyer den Verantwortlichen ein grosses Lob aus. Im Gegensatz zu andern Wirtschaftsräumen müssen die Kieswerke ihr Gelände nicht nur à jour halten, sondern mit einer jährlichen «ökologischen Begleitplanung» regelmässig ihre Bemühungen dokumentieren.

«Optimale Bedingungen für Tiere»

Nicht ohne Stolz wiesen die beiden Gemeindevertreter im Rahmen der Zertifikatsübergabe auf ihre Anstrengungen hin. «Bei uns zählt nicht nur der Abbau; wir bieten der Tierwelt in unseren Gruben optimale Bedingungen», so der zuständige Lenzburger Stadtrat Martin Stücheli. Er hofft, dass sich die Einsicht, etwas Zusätzliches für die Natur zu tun, auch in andern Branchen durchsetzt. «Die grossen Steinechsen zwischen Kieswerk und Einsenbahnlinie sollen uns Ansporn sein, der Natur Sorge zu tragen», so Stücheli.

Der Niederlenzer Gemeindeammann Jürg Link verwies auf den «grossen Spagat», den die Kieswerk-Mitarbeiter täglich vollführen: «Auf der einen Seite müssen sie Kies zu marktgerechten Preisen produzieren, auf der andern Seite der Natur Sorge tragen und der Bevölkerung auf diesem Weg etwas zurückgeben.»

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