Rupperswil konkretisiert seine «Vision 2035+»
Rupperswil Rupperswil hat mit der «Vision 2035+» die langfristige Entwicklung der Gemeinde skizziert. Nun zeigt sich, welche Vorhaben zuerst konkret werden sollen: Im Fokus stehen Schulraum, Zentrum und Verkehr.
Die «Vision 2035+» ist kein fertiges Bau- oder Investitionsprogramm. Sie gibt vielmehr die strategische Richtung für die kommenden Jahre vor. Die einzelnen Themen sollen schrittweise konkretisiert, priorisiert und dem Stimmvolk zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Besonders im Fokus stehen Bildung und Schulraum, die Zusammenarbeit bei den Werken, die Entwicklung des Zentrums, ein neues Gemeindehaus sowie Verkehrs- und Mobilitätsfragen. Am weitesten fortgeschritten ist die Schulraumplanung. Rupperswil, Hunzenschwil und Schafisheim verfolgen gemeinsam das Ziel, die Oberstufe der Kreisschule Lotten langfristig an einem zentralen Standort in Rupperswil zusammenzuführen. Als bevorzugte Lösung wird die Variante «Mitte» auf dem bestehenden Schul- und Verwaltungsareal weiterbearbeitet. Für Planung und Realisierung rechnen die Gemeinden derzeit mit einer Grössenordnung von rund 30 Millionen Franken. Dabei handelt es sich allerdings um den aktuellen Planungsstand und noch nicht um einen bewilligten Baukredit. Die Kosten sollen nach einem vereinbarten Schlüssel auf die beteiligten Gemeinden verteilt werden.
Der in der Vision genannte «Schulcampus» ist noch kein fertig geplantes Gesamtprojekt für sämtliche Schulstufen. Ziel ist vielmehr eine moderne, zusammenhängende und entwicklungsfähige Schulinfrastruktur. Sie soll pädagogische Anforderungen, die Entwicklung der Schülerzahlen und die Nutzung bestehender Gebäude langfristig miteinander verbinden.
Erste Gespräche über Grossverteiler
Auch die Entwicklung des Dorfzentrums gehört zu den prioritären Themen. Geprüft werden soll, wie dieses langfristig als attraktiver und gut erreichbarer Ort für Wohnen, Einkaufen, Dienstleistungen und Begegnung gestärkt werden kann. Dabei könnte die Ansiedlung eines Grossverteilers eine Rolle spielen. Der Gemeinderat bestätigt, dass es bereits Kontakte und erste Gespräche über Entwicklungsmöglichkeiten gegeben hat. Zu möglichen Interessenten oder einzelnen Standorten macht er derzeit allerdings keine Angaben. Eine verbindliche Zusage oder ein abgeschlossenes Ansiedlungsprojekt gebe es noch nicht. Ein Grossverteiler soll nach Vorstellung des Gemeinderats vor allem ein wohnortnahes Angebot an Gütern des täglichen Bedarfs stärken. Davon könnten ältere Menschen, Familien oder Haushalte ohne jederzeit verfügbares Auto profitieren. Gleichzeitig könne ein solches Angebot zur Belebung des Zentrums beitragen. Bevor ein konkretes Projekt möglich wird, müssten unter anderem Standort, Eigentumsverhältnisse, planerische Voraussetzungen, Verkehrsanbindung sowie Fuss- und Veloverbindungen geprüft werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Verkehr. Besonders pointiert hält die «Vision 2035+» fest: «Rupperswil ist kein Rückstauraum für andere Gemeinden.» Damit stelle sich die Gemeinde nicht gegen die regionale Zusammenarbeit. Vielmehr müssten bei übergeordneten Verkehrslösungen die Auswirkungen auf Rupperswil berücksichtigt werden. Eine Herausforderung sei insbesondere der Verkehr, der bei Überlastungen oder Störungen auf den Hauptachsen ins Siedlungsgebiet ausweiche. Zusätzlicher Schleichverkehr durch das Dorf solle möglichst verhindert werden. Dafür arbeitet die Gemeinde mit kantonalen Stellen und regionalen Planungspartnern zusammen. Die verschiedenen Vorhaben dürften in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern. Sie sollen deshalb nach Dringlichkeit, Nutzen, Realisierbarkeit und finanzieller Tragbarkeit priorisiert werden. Nicht alles, was in der «Vision 2035+» formuliert sei, müsse gleichzeitig umgesetzt werden.



