«Wiener Bluet» im Aargau

Möriken-Wildegg Eine Operette von Johann Strauss auf Schweizerdeutsch? Die Pop-up-Operetta machts möglich. Am 16. Oktober findet im Gemeindesaal die Premiere der amüsanten Inszenierung von «Wiener Blut» statt.

Solisten bei der Probe: Raimund Wiederkehr, Stefanie Frei, Erwin Hurni, Andrea Hofstetter, Simon Burkhalter und Flurina Ruoss. Foto: Hanny Dorer
Solisten bei der Probe: Raimund Wiederkehr, Stefanie Frei, Erwin Hurni, Andrea Hofstetter, Simon Burkhalter und Flurina Ruoss. Foto: Hanny Dorer

Gross war die Enttäuschung, als die Operette Möriken-Wildegg wegen Corona ihre diesjährige Produktion – geplant war «Eine Nacht in Venedig» – verschieben musste. Anstatt nur lange Gesichter zu machen, gründeten Simon Burkhalter (Regie) und Yves Ulrich (Regieassistenz) kurzerhand die Pop-up-Operetta, um das spielfreie Jahr mit einer alternativen Operette zu überbrücken. Beide waren schon vor zwei Jahren massgeblich an der Aufführung von «Die lustige Witwe» beteiligt.

Mit «Wiener Blut» hat Regisseur Simon Burkhalter ein lustiges Stück ausgesucht, das man vorerst mit möglichst einfachen Mitteln umzusetzen gedachte. «Die Erwartungen des Publikums an eine Pop-up-Operetta sind nicht sehr gross», erklärt Burkhalter. So war ursprünglich kein Chor und nur ein Orchester in Minimalformat vorgesehen.

Inzwischen hat sich das geändert, nicht zuletzt durch die Begeisterung und den Elan der Mitwirkenden, die alle überaus glücklich sind, endlich wieder einmal auf einer Bühne zu stehen. So wird nicht nur ein 14-köpfiger Chor zu hören sein, auch das Orchester ist um einiges grösser als ursprünglich vorgesehen. Bei den Solisten sind neben den bekannten Andrea Hofstetter, Raimund Wiederkehr und Flurina Ruoss mit Erwin Hurni und Stefanie Frei zudem neue Stimmen zu hören. Auch Simon Burkhalter und Yves Ulrich haben als ausgebildete Solisten je eine Rolle inne.

Von Wien in den Aargau verlegt

Das Pikante an der Pop-up-Inszenierung: Simon Burkhalter hat das ganze Drehbuch auf Schweizerdeutsch übersetzt und die Handlung von Wien in den Aargau verlegt. Dass der Titel «Wiener Blut» trotzdem stimmt, ist der lebenslustigen Wienerin Gabriele Graf (Flurina Ruoss), Gattin des fiktiven Schweizer Bundesrats Balduin Graf (Raimund Wiederkehr), zu verdanken. Ihr Mann ist ihr zu spiessig, ihm fehle das Wiener Blut, und so kehrt sie auf das Schloss ihrer Eltern zurück. Inzwischen zeigt sich, dass Balduin gar nicht so spiessig ist, sondern eher flatterhaft und einer Affäre nicht abgeneigt. Er trifft sich nicht nur mit der schönen Sängerin Franziska Cagliari (Andrea Hofstetter), sondern hat auch ein Auge auf die Freundin Vreni (Stefanie Frei) seines Dieners Josef (Erwin Hurni) geworfen. Als Gräfin Gabriele von den Affären ihres Gatten erfährt, kehrt sie in den Aargau zurück. Nach turbulenten Verwechslungen, in die auch der Sittenkommissär Ypsheim (Simon Burkhalter) verwickelt ist, kommt es zum Happy End.

Die musikalische Leitung hat Monika Nagy, für die Choreografie ist Martin Schurr zuständig, die Kostüme werden von Bettina Setz geschneidert, für passende Schminke und Frisur sorgen Fredi und Lisa Schmid und Marina Keller, das Lichtdesign stammt von Mario Böseman.

Pop-up-Operette «Wiener Blut» im Gemeindesaal Möriken. Premiere: 16. Oktober, 19.30 Uhr. Aufführungen 20./22./23./24./27. und 29. Oktober. Derniere: 30. Oktober. Beginn jeweils 19.30 Uhr (ausser Sonntag, 24. Oktober, 17 Uhr). Vorverkauf: www.popup-operetta.ch oder telefonisch 0900 320 320. Zertifikatspflicht.

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