Wie war das damals in Möriken?
Um einmal wirklichkeitsgetreu herauszufinden, wie die Menschen vor rund 3000 Jahren auf dem Chestenberg oben hausten, musste man gutes Schuhwerk anziehen.
Möriken-Wildegg von früher kennt man vielleicht noch von alten Fotografien. Doch wie die Menschen hier lebten, wie MöWi zu einer neuen Kirche kam oder die Industrie in Alt-Wildegg entstand, präsentierte die Gemeinde und Schule Möriken in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie, der Denkmalpflege, der Bibliothek und Archiv Aargau und dem Museum Burghalde Lenzburg im Rahmen der 725-Jahre-Feierlichkeiten am letzten Sonntag.
Vielseitige Einblicke
Auf einem Rundgang vom Schulhaus Möriken über die Lehmgrube hinauf zum Peter-Stoffel-Platz hoch über dem Schloss und ganz hinauf auf den Chestenberg-Grat wurde auf eindrückliche, interessante und unterhaltende Art die Vergangenheit von Möriken dargestellt.
Von der einstigen Römervilla am Römerweg ist äusserlich nichts sichtbar. Nur anhand von Dokumenten, die bei Ausgrabungen im Jahre 2002 erstellt wurden, konnte Kantonsarchäologe Stephan Wyss mittels gefundener Ziegelsteine oder Entwässerungskanäle belegen, dass am Römerweg schon vor rund 500 Jahren eine römische Villa stand.
Auf dem Peter-Stoffel-Platz erzählten Mädchen und Buben der 4. Klasse, wie im Jahre 1942 an einer Kirchgemeinde-Versammlung der Neubau der heuti-gen Kirche «erzwungen» wurde. Schon vorher zeigte die 5. Klasse Möriken, wie das bronzezeitliche Leben in der Siedlung auf dem Chestenberg funktionierte.
Mit Pfeil und Bogen auf die Jagd
Der kulturelle Anlass dürfte in Sachen Informationen, Erlebnisse und Aufmachung einen Spitzenplatz im vielfältigen Jahresprogramm aller Jubiläums-Feierlichkeiten einnehmen. Auch die persönliche Leistung der vielen Besucherinnen und Besucher verdient ein dickes Lob.
Es gab keinen Shuttledienst auf den Peter-Stoffel-Platz, schon gar nicht auf den Chestenberg-Grat. Viele Eltern mit kleinen Kindern zogen gut beschuht hin- auf, wissensdurstig und froh gelaunt. Aber auch altansässige Möriker wollten mehr oder Genaueres erfahren über die Vergangenheit. Unterhalb des Grates zeigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Museum Burghalde Lenzburg, wie vor Tausenden von Jahren hier oben gewohnt, gekocht und mit Pfeil und Bogen das tägliche Essen besorgt wurde.
Dann kam der konditionelle Höhepunkt: Noch rund 50 Treppenstufen hinauf auf den Grat zur Bronzesiedlung. Ein visueller 360-Grad-Rundumblick durch die 3D-Brille zeigte auf, wie die Siedlung mit den fünf Häusern damals ausgesehen hat. Diese bildliche Illustration haben Jonas Christen und Mitarbeiter von der Firma ikonaut erstellt. Auch Christen war überrascht, wie viel Interesse dieser «Höhepunkt» auslöste. «Schon vor dem eigentlichen Start waren die ersten Besucher hier oben», lobte er die konditionsstarken Möriker, «weit über hundert kleine und grosse Besucher machten hier einen Besuch.»
Pause für müde Füsse
Zurück in die Bibliothek gings immer noch zu Fuss, doch hier wartete die letzte Stärkung mit einem Besuch in der Kaffeestube. Bibliothek und Archiv Aargau präsentierten aber auch, wie jedermann nun das soeben Erlebte noch weiter vertiefen kann. Kantonsbibliothekarin Andrea Voellmin und ihre Mitarbeiterinnen zeigten auf, wie man dank Google mittels Stichworten Einblick in die verschiedenen Archive und Datenblätter nehmen kann. Auch lagen interessante Bücher aus längst vergangenen Zeiten über Möriken und Wildegg bereit. So konnte man die müden Beine vor dem Heimweg noch etwas ausruhen.







