Vom Fussballer zum Vollkontaktfighter
Mixed Martial Arts (gemischte Kampfkünste, kurz MMA) ist eine relativ moderne Art des Vollkontaktwettkampfes. Bei dieser in Europa noch jungen Sportart werden alle Kampfdistanzen wie Schlagen, Treten, Clinchen, Werfen, aber auch der Bodenkampf in einem Vollkontaktsport vereint.

In der Schweiz ist diese Kampfsportart noch wenig bekannt. Dass in unserer Region aber ein sehr erfolgreicher MMA-Fighter zu Hause ist, veranlasste den LBA, mehr über diesen Sportler und sein Wirken zu erfahren. Stefan Felber (24) ist in Staufen aufgewachsen, verbrachte hier seine Jugendzeit mit Schule und viel Sport. Stefan hätte auch Fussballer werden können, spielte er doch bis vor einigen Jahren erfolgreich in der Juniorenabteilung des FC Aarau sowie in anderen Nachwuchsorganisationen im Kanton Aargau.
Vor zwei Jahren kam dann die Wende, als er im Fitnesscenter auf Sandro Zanke (Gründer und Inhaber der Ludus Magnus Sportschule, Mägenwil) traf, der ihn für diese junge Sportart begeistern konnte und seither sehr erfolgreich auf die Kämpfe vorbereitet. Stefan trainiert ein- bis zweimal täglich und gilt seit seinem letzten Kampf vom 26. November 2016 in der St. Jakobshalle in Basel als Profi-MMA-Fighter. Pro Jahr bestreitet er drei bis vier Ernstkämpfe im Leicht- (bis 70 kg) oder Federgewicht (bis 66 kg). Sein nächster Wettkampf findet am 22. April 2017 in Ludwigshafen (D) statt. Die spezielle Vorbereitung auf diese Fights dauern gut zwei Monate. Etwa vier Wochen vor den Wettkämpfen kennt er jeweils auch seinen Gegner, dann beginnt noch intensiveres Training und die Einstellung auf den Ernstkampf.
Was ist Mixed Martial Arts (MMA) genau?
Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens und Kickboxens. Aber auch asiatische Kampfsportarten wie Taekwondo und Karatetechniken sind Kampfteile. Bodenkampf- und Ringtechniken wie Luta Livre, Judo oder Sanda sind weitere Kampftechniken, die trainiert werden. Dass auch im Bodenkampf geschlagen und zum Teil getreten werden darf, ist das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten.
Ziel des MMA ist es, den Gegner in einem Kampf zu besiegen, bis er durch Abklopfen aufgibt, k.o. geht oder der Schiedsrichter den Kampf abbricht. Auch ein Punktsieg ist möglich.
Wer ist der beste Kämpfer: der Boxer oder der Ringer?
Vor über 2500 Jahren zählten bei den Griechen hauptsächlich verschiedene Laufsportarten zu den olympischen Disziplinen, bis 708 v. Chr. Ringen und 688 v. Chr. noch Boxen dazukamen. Boxen und Ringen waren damals sehr populäre Sportarten, und es kam sehr schnell die Frage auf: Wer ist der beste Kämpfer: Der Boxer oder der Ringer? Die Männer durften beim «Pankration» schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers verwenden, ausserdem durften sie ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Von Anfang an gab es sportliche Regeln. Verboten war, in die Augen zu greifen und zu beissen. Ziel war es, den Gegner mit allen möglichen Mitteln zum Aufgeben zu bewegen. Die Kämpfe dauerten so lange, bis einer durch Handheben aufgab, k.o. wurde oder die Sonne unterging.
Und wie steht es heute?
Gekämpft wird nicht mehr olympisch, aber in Amerika ist diese Vollkontaktsportart schon bedeutend beliebter als Boxen. Gekämpft wird in einem achteckigen Ring (auch Käfig genannt), der durch ein rund zwei Meter hohes Maschennetz abgesichert ist.



