Staufen noch attraktiver machen?

Der Bau einer neuen Doppelturnhalle und die Höhe des Steuerfusses beschäftigen Staufen derzeit am meisten. Soll der Steuerfuss um 3 oder gar 8% gesenkt werden? Am gut besuchten Politapéro gab es Antworten.

Wird intensiv genutzt: Bestehende Turnhalle reicht für die Ansprüche nicht mehr aus. Foto: AG
Wird intensiv genutzt: Bestehende Turnhalle reicht für die Ansprüche nicht mehr aus. Foto: AG

Vizeammann Peter Hauri hatte an seinem letzten Politapéro vor seinem Rückzug eine grosse Bühne. Er orientierte gewandt und fachkundig über die zwei wichtigsten Themen, nämlich über das Budget 2018 mit dem reduzierten Steuerfuss und über die geplante Doppelturnhalle. Der Gemeinderat beantragt, den Steuerfuss auf 86% zu senken. Der Kanton übernimmt zukünftig mehr Aufgaben und Kosten, mit der Konsequenz, dass die Kantonssteuern um 3% erhöht werden und anderseits die Gemeinden die Steuern um 3% senken müssen. Trotz dieser Senkung ist im Staufner Budget 2018 ein Gewinn von über 400000 Franken ausgewiesen. Die wesentlichen Gründe sind rasch aufgezählt: Staufen budgetiert vorsichtig und in die gebauten Wohnungen ziehen neue Steuerzahler ein. Die Gemeindesteuern klettern erstmals über die Sieben-Millionen-Grenze.

Hauri erklärte den festen Willen des Gemeinderates, die gegenwärtigen Schul- den von 4,7 Millionen Franken zügig auf 4 Millionen Franken zu senken. Anderer Meinung, und zwar einstimmig, ist die Finanzkommission. Ihr Sprecher Hubert Zimmermann legte da, dass eine Senkung um 8% verkraftbar sei und Staufen noch attraktiver machen würde. Attraktiver werden? Im Zopfhuus war ein leises Murren unüberhörbar. Vreni Sandmeier plädierte unter Applaus, den Steuerfuss auf 86% festzulegen und Schulden abzubauen. An der Gemeindeversammlung vom 15. November wird die Finanzkommission einen Antrag für einen Steuerfuss von 81% einreichen.

Nachweis für neue Doppelturnhalle erbracht

Die bestehende Turnhalle ist überbelegt. Eine Kommission kommt zum Ergebnis, dass eine neue Doppelturnhalle benötigt wird. Im fundierten Schlussbericht vom vergangenen Sommer sprechen Fakten eine klare Sprache. Die Turnhalle dient bei weitem nicht nur der Schule. Peter Hauri nannte die turnenden Vereine und Gruppen, die Kultur und diverseste Veranstaltungen. In rund zehn Jahren wird Staufen zudem rund 4000 Einwohner zählen.

Der Gemeinderat steht hinter den Schlussfolgerungen. Die Baukosten werden auf sieben Millionen Franken geschätzt, die jährlichen Folgekosten auf 500000 Franken. «Wenn wir den Turnbetrieb aufrechterhalten wollen, müssen wie heute handeln», erklärte Peter Hauri. Ein Wettbewerbsverfahren ist nicht vorgesehen. Im Juni 2018 soll der Gemeindeversammlung ein Projektierungskredit vorgelegt werden.

Der Standort des Neubaus ist noch offen. An diesem Punkt meldete sich Alfred Sandmeier. Er bat, bei der Standortwahl langfristig zu denken und spätere Schulraumerweiterungen miteinzubeziehen. Die bestehende Turnhalle soll zu gegebener Zeit saniert und zu einem Gebäude mit Mehrfachnutzung hergerichtet werden.

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