Siedlungsränder verdienen weit mehr Augenmerk

Möriken-Wildegg Die Projektgruppe Landschaft des Lebensraums Lenzburg Seetal LLS nimmt sich der Siedlungsränder an. In Kürze erscheint eine achtseitige Arbeitshilfe und der Kanton wird zu einem Gemeindeseminar einladen.

Einstieg: Landschaftsarchitekt Victor Condrau und Gabi Lauper erläutern Sinn und Zweck der Siedlungsränder. (AG)
Einstieg: Landschaftsarchitekt Victor Condrau und Gabi Lauper erläutern Sinn und Zweck der Siedlungsränder. (AG)

Die Siedlungsränder, also die Übergänge Bauzone zu den Flächen ausserhalb der Bauzonen, bilden für den Lebensraum Lenzburg Seetal schon lange ein Thema mit Verbesserungspotenzial. Traditionell stellten Hochstammobstgärten natürliche Übergänge vom Dorf in die Kulturlandschaft dar. Doch diese lichten sich immer mehr. Unübersehbar stehen heute viele Quartiere nackt und ohne Übergänge da. Die Projektgruppe Landschaft des Lebensraums Lenzburg Seetal LLS nimmt das Thema auf und will sensibilisieren.

Die Vorsitzende Gabi Lauper Richner, Niederlenz, und Fachberater Landschaft Victor Condrau, Niederlenz, luden unter dem Titel «Gestaltung Siedlungsrand» zu einem Infoanlass mit Erfahrungsaustausch in Möriken und Niederlenz ein. Angesprochen waren Behördenvertreter der LLS-Gemeinden, Bauverwalter sowie Mitglieder von Bau- und Landschaftskommissionen. Mit dabei auf dem zweistündigen Rundgang waren auch Ursula Philipps vom Kanton Aargau, Susanne Hagedorn vom Planungsbüro Marti Partner Architekten, Thomas Baumann vom Naturama sowie Johannes Jenny, Geschäftsführer der Pro Natura Aargau, alle mit gewichtigen Beiträgen.

Siedlungsränder sind keine Linien

Am Infoanlass, dokumentiert mit Bildmaterial, wurden viel Fachwissen und Erfahrung ausgetauscht. «In den Bau- und Nutzungsordnungen ist alles reglementiert, aber bezüglich der Siedlungsränder und der Umgebungsgestaltung von Bauten bleibt vieles dem Zufall überlassen», findet Fachberater Victor Condrau. Oft fehlt es an notwendigen Gesprächen, an der Zeit oder am Wissen für eine Lösung mit Gewinnern auf allen Seiten. Gabi Lauper bringt es auf den Punkt: «Vielfältige Siedlungsränder als Räume dienen der Natur, der Erholung und helfen, das Ortsbild aufzuwerten.» Erfreulich: Mit den laufenden Ortsplanungsrevisionen übernehmen die Gemeinden entsprechende Gestaltungsvorschriften. Wichtig aber ist die Umsetzung. Im Entwurf liegt eine achtseitige und bebilderte Arbeitshilfe «Vielfältige Siedlungsränder» des Lebensraums Lenzburg Seetal mit Victor Condrau als Verfasser vor. Zudem wird der Kanton gemäss Ursula Philipps, Projektleiterin in der Sektion Natur und Landschaft, im Herbst zu einem offenen Seminar über die Siedlungsränder einladen.

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