Schüler werden zu Piloten in der Digitalwelt
Hendschiken An der Gemeindeversammlung vom nächsten Mittwoch wird über einen Beitrag von 85000 Franken an die Digitalisierung der Kreisschule am Maien-grün entschieden.

Die Welt wird immer digitaler. Die Schule auch. Um die Jugendlichen gut gerüstet an höhere Ausbildungsstätten oder in die Berufswelt übergeben zu können, müssen sie sich bereits auf der Volksschulstufe mit den entsprechenden Werkzeugen vertraut machen.
Die Kreisschule am Maiengrün (KSAM), wo ab der siebten Klasse auch die Hendschiker Schüler neben ihren Alterskollegen aus Dottikon und Hägglingen unterrichtet werden, plant hier einen Quantensprung. Zusammen mit der Primarschule am Maiengrün (PSAM) von Dottikon und Hägglingen sind Investitionen von total 2,3 Millionen in die Modernisierung der Infrastruktur von «Information and Communication Technology» (ICT) vorgesehen.
Die Einwohnergemeinde Hendschiken trifft von diesem Riesenkuchen nur ein relativ kleines Stück der Kosten. An der Gmeind vom 13. Juni wird ein Beitrag von 85000 Franken an die Maien-grün-Oberstufe beantragt. Der Anteil an die jährlichen Betriebskosten beträgt während dreier Jahre 38000 Franken, nachher – nach dem allfälligen Wegfall des pädagogischen ICT-Supports – noch 22000 Franken.
«Ein epochaler Sprung»
Schon die Dimension der vorgesehenen Investitionen – in Dottikon und Hägglingen müssen die Schulhäuser für 1,3 Millionen aufgerüstet werden – zeigt auf, dass es bei dieser «Übung» um mehr geht als um die Anschaffung von ein paar symbolischen Computern, die punktuell während des Unterrichts eingesetzt werden. «Es ist ein epochaler Sprung», so der Hägglinger Gemeindeammann Bruno Urs Bosisio als Präsident des Schulverbandes PSAM.
In der Digitalwelt sei man «entweder Passagier oder Pilot». Am Maiengrün sollen die Schüler künftig dem Rest gar davonfliegen. Dazu werden die Schulhäuser mit einem WLAN-Netz und breitbandigem Internetzugang ausgerüstet. Alle Oberstufenschüler und die Fünft- und die Sechstklässler der PSAM erhalten ein persönliches Tablet.
Mit der Hardware ist es nicht getan. Modern ausgerüstete Schulzimmer und Schüler verlangen andere Unterrichtsformen. Da ist man nicht nur auf das stetig wachsende Angebot von digitalen Lehrmitteln im Hinblick auf den Lehrplan 21, sondern auch auf gedanklich flexible Lehrpersonen angewiesen. Deshalb hat man in den vorbereitenden Arbeitsgruppen alle Beteiligten berücksichtigt: «Die Lehrer waren in den langen Prozess, der rund vier Jahre dauerte, stets involviert», so Bosisio.
Als Schnittstelle zwischen Lehrerschaft und der Informatik-Infrastruktur ist neben dem ohnehin notwendigen technischen ICT-Support während zumindest dreier Jahre ein pädagogischer ICT-Support vorgesehen. Diese Stelle ist zuständig für die interne Schulung, aber auch Anlaufstelle für die Bereiche Cybermobbing und Datenschutz.
Tablet für Hendschiken?
Die Anschaffung von persönlichen Tablets für die Hendschiker Primarschüler der fünften und der sechsten Klasse ist nicht Thema des aktuellen Geschäfts. Offen ist, ob diese Investition im Rahmen des Budgets 2019 erfolgt oder ob an einer nächsten Gemeindeversammlung ein entsprechender Antrag erfolgt.
In einem Punkt hat Hendschiken einen grossen Vorteil: Hier hat man ein modernes Schulhaus, das bereits fit ist für die digitale Schule.



