SBB bauen neue Lärmschutzwände
Zwischen Zürich und Aarau herrscht auf der Schiene ein Engpass. Die SBB zeigen, wie auf der S-Bahnlinie S3 Aarau-Zürich ab 2023 der Halbstundentakt eingeführt werden kann. Damit verbunden sind Lärmschutzmassnahmen.

Wer in den Stosszeiten die S3 von Aarau via Heitersberg und Limmattal nach Zürich benützt, weiss von überfüllten Zügen zu berichten. Die S3 ist eine der am besten ausgelasteten S-Bahnverbindungen im Kanton Aargau. Sie kann heute wegen Kapazitätsengpässen nur im Stundentakt verkehren. Ein Halbstundentakt auf dieser Kernlinie ist für den Bund, den Kanton Aargau und die SBB ein zentrales Anliegen.
Möglich wird dies durch die Verlagerung des Güterverkehrs im Aargau. Die Ost-West-Linie vom Rangierbahnhof Limmattal nach Aarau soll neu über Baden–Brugg–Rupperswil statt über die Heitersberg-Linie führen. Erstellt wird eine neue Gleisverbindung zwischen Birr und Mägenwil von einem Kilometer Länge. Der Bahnhof Mägenwil wird ausgebaut und im Gexi werden neue Weichen eingebaut. Mit diesen Massnahmen lassen sich Güterzüge über andere Strecken führen. Auf dem Abschnitt Mägenwil–Lenzburg–Rupperswil wird Kapazität für die halbstündliche S3 geschaffen.
1067 Meter Lärmschutzwände
Das Projekt «Leistungssteigerung Rupperswil-Mägenwil» sieht in Rupperswil drei zusätzliche Lärmschutzwände mit einer Länge von 380 Metern vor, während in Holderbank Wände auf einer Länge von 687 Meter erforderlich sind. Hingegen ist in Wildegg lediglich der Einbau von Schallschutzfenstern bei Liegenschaften mit Überschreitungen der massgebenden Belastungsgrenzwerte vorgesehen. Die Planunterlagen konnten bis 14. März 2017 auf den Kanzleien Rupperswil, Möriken-Wildegg und Holderbank eingesehen werden.
Nicht eitel Freude
«Des einen Freud, des andern Leid», das Sprichwort liegt auf der Zunge, wenn an die Verlagerung des Güterverkehrs gedacht wird. Die SBB und der Kanton Aargau luden Vertreter der Gemeinden Rupperswil, Möriken-Wildegg, Holderbank, Schinznach-Bad und Brugg sowie alle betroffenen Liegenschaftseigentümer an der Linie Rupperswil–Brugg zu einer Info-Veranstaltung ein.
Gestellt wurden Fragen, um das Projekt zu verstehen, vorgebracht wurden aber auch Ideen und Einwände. Ein stark betroffener und aufgebrachter Anwohner aus Schinznach-Bad bat die SBB sogar, die ganze Übung abzubrechen und alles im gegenwärtigen Zustand bewenden zu lassen. «Habt ihr auch noch ein paar Batzen für einen neuen Oberbau?», fragte ein anderer Teilnehmer in der Überzeugung, den Bahnlärm mit einem neuen Oberbau mildern zu können. Die SBB-Vertreter verschlossen sich der Anregung nicht, verwiesen aber auf die zu hohen Kosten. Nach Plan werden die 11 Teilprojekte ab 2019 in Etappen realisiert. Es handelt sich klar um Überbrückungsmassnahmen, bis eine längerfristige Lösung mit dem Chestenbergtunnel oder einer anderen Variante greift.



