Sauberer Strom von Bündte und Werkhof

Die Gemeinde Auenstein speist nun seit gut einem Jahr über zwei Solaranlagen Naturstrom ins öffentliche Netz. Der bisher produzierte Strom deckt den Jahreshaushalt für rund 13 Einfamilienhäuser – ein Augenschein.

Solarstrom: Die Einwohnergemeinde Auenstein produziert in Zusammenarbeit mit der AEW Energie AG auf den Dächern des Holzschopfes beim Werkhof und des Schulhauses Bündte erneuerbare Energie. (zvg)
Solarstrom: Die Einwohnergemeinde Auenstein produziert in Zusammenarbeit mit der AEW Energie AG auf den Dächern des Holzschopfes beim Werkhof und des Schulhauses Bündte erneuerbare Energie. (zvg)

Das Schulhaus Bündte in Auenstein ist in der Ferienzeit, wie andere Schulhäuser auch, verwaist. Betrieb herrscht lediglich auf dem Dach der «Bündte». Wenn die Sonne brutzelt, wird nämlich auf dem Flachdach des Schulhauses emsig Strom produziert. Installiert wurde die Photovoltaikanlage im Februar 2016 im Auftrag der Einwohnergemeinde Auenstein und der AEW Energie AG und Ende März vor einem Jahr dann in Betrieb genommen.

Seither hat die Anlage mit rund 210 m Gesamtfläche und 106 Paneelen rund 37 Megawattstunden Strom produziert. Die zweite Solaranlage auf einer Gemeindeliegenschaft in Auenstein befindet sich auf dem Werkhof und hat eine Fläche von 200 m mit insgesamt 104 Paneelen. Diese wurde Anfang 2016 in Betrieb genommen. Auf den Dächern von Werkhof und Bündte zusammen wurde laut Herbert Rey, Projektleiter Photovoltaik der AEW Energie AG, innerhalb eines Jahres rund 58 Megawattstunden Strom produziert.

Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Einfamilienhaushalt mit drei bis vier Personen verbraucht im Jahr rund 4,5 Megawattstunden. Der produzierte Strom würde also den Jahresstrombedarf von knapp 13 Einfamilienhaushalten decken.

Finanziell kaum Anreize

Ein Teil des produzierten Stroms deckt den Stromverbrauch der beiden Gebäude, welcher zeitgleich mit der Produktion entsteht. Der Rest des Solarstroms fliesst zurück ins öffentliche Netz. Doch was springt dafür für die Gemeinde heraus, die den idealen Standort für die Solaranlage zur Verfügung stellt?

«Wegen des Geldes machen wir das nicht», beschwichtigt Gemeindeschreiber Jürg Lanz. Auch Herbert Rey bestätigt, dass die Gemeinde Auenstein finanziell nicht von der Anlage profitieren kann, da der jeweilige Eigenverbrauch der Gebäude gering sei. Bei Solaranlagen gilt: Je mehr Eigenverbrauch vor Ort, desto wirtschaftlicher lässt sich die Anlage betreiben. «Die Gemeinde kann aber mit dem Engagement die eigene Ökobilanz verbessern», so Rey. Finanziert und realisiert hat die Anlagen auf den Gemeindeliegenschaften die AEW Energie AG. Kostenpunkt pro Anlage: zwischen 50000 bis 65000 Franken. Bis eine solche Anlage amortisiert ist, dauert es gemäss Rey 15 bis 25 Jahre, abhängig von verschiedenen Einflussgrössen und Prognose-Werten.

Ein Zeichen für saubere Energie

Der Gemeinderat von Auenstein setzte mit dem Entscheid für Photovoltaikanlagen auf Gemeindeliegenschaften 2015 auch ein Zeichen, nämlich das Bekenntnis für saubere Energie und gewissenhafte, zukunftsorientierte Werte. «Die Gebäude haben eine ideale Ausrichtung, es bietet sich einfach an, diese für solch sinnvolle Projekte zur Verfügung zu stellen», meint Lanz. Angedacht ist ebenfalls die Ausrüstung des Gemeindehausdaches mit einer Photovoltaikanlage. «Erst muss jedoch das Dach saniert werden.» Mit den derzeitigen Baumaterialien sei eine Installation nicht möglich. Der Zeithorizont für die Umsetzung der Anlage auf dem Gemeindehausdach ist noch offen.

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