Sanierter Aaresteg flüssig eingeweiht

Am Samstag wurde der frisch sanierte Aaresteg zwischen Holderbank und Veltheim mit Festansprachen und musikalischer Umrahmung feierlich eingeweiht und offiziell dem Fussvolk übergeben.

Mit Gittern gesichert: Die ersten Fussgänger passieren den Steg.

Mit Gittern gesichert: Die ersten Fussgänger passieren den Steg.

Einweihung Aaresteg Holderbank: Dieses Ereignis liessen sich gut 300 Besucher nicht entgehen. Fotos: Carolin Frei

Einweihung Aaresteg Holderbank: Dieses Ereignis liessen sich gut 300 Besucher nicht entgehen. Fotos: Carolin Frei

Offiziell: Herbert Anderegg (li.) und Ueli Salm durchtrennen das Band.

Offiziell: Herbert Anderegg (li.) und Ueli Salm durchtrennen das Band.

So schön, eine der ersten auf dem Aaresteg zu sein, nach seiner offiziellen Eröffnung», sagt Beatrix Brugger aus Veltheim. Für sie und viele andere Besucher eine Premiere. Nicht wirklich eine Premiere war es für Astrid Lüpold aus Wildegg. «Ich bin früher immer wieder mal über den Steg gelaufen, sogar mit dem Kinderwagen. Man musste ihn einfach die Treppe hoch- oder runtertragen, das war kein Problem, machten viele andere auch.» Umso mehr freut die Wildeggerin nun, dass der Fussweg über die Aare ab sofort offiziell für Fussgänger freigegeben ist.

Dem war bis zum heutigen Tag nicht so, wie der Holderbanker Gemeindeammann Herbert Anderegg in seiner Eröffnungsrede betonte. Der Steg mit seinem Förderband wurde früher für den Transport des Ausbruchmaterials aus dem Steinbruch zur Cementfabrik genutzt. Als Fussweg stand er ausschliesslich den Angestellten der Fabrik zur Verfügung. Doch schon damals spazierten auch Anwohner beidseits der Aare darüber. Was stillschweigend geduldet wurde, bis der Aaresteg wegen morscher Bretter zu einem Sicherheitsrisiko und 2008 geschlossen wurde. Mit dem heutigen Tag – und nach sechsmonatiger Planung und Sanierung – gehört der Steg nun definitiv dem Fussvolk. Die bisherige Besitzerin Fixit hat ihn an die Gemeinden Holderbank und Veltheim für den symbolischen Betrag von einem Franken verkauft. Nicht ganz so symbolisch präsentiert sich hingegen die Abschlussrechnung der Sanierung. Sie beläuft sich nun auf rund 140000 anstelle der budgetierten 90000 Franken.

Über Crowdfunding mitfinanziert

Heinz Bürki, Vizepräsident von Lebensraum Lenzburg-Seetal, zeigte sich erfreut darüber, dass das Crowdfunding-Projekt Aaresteg auf ideenkicker.ch eine so breite Zustimmung bei den Gemeinden und der Bevölkerung fand. Mit der Schwarmfinanzierung konnte doppelt so viel Geld für die Sanierung gesammelt werden wie erhofft. Ziel von Lebensraum Lenzburg-Seetal sei denn auch, die Region weiterzuentwickeln, sie zu verbinden. Der Aaresteg stelle eine solche Verbindung dar, betonte Bürki.

«Über sieben Brücken musst du gehn», zitiert der Veltheimer Gemeindeammann Ueli Salm den Ohrwurm von Peter Maffay in seiner Rede. Doch es gehe auch mit weniger. Früher habe er den Steg ebenfalls benutzt, um in seinen Semesterferien in der Cementfabrik einen Zustupf zu verdienen. Auch er habe bedauert, als der Aaresteg geschlossen wurde. Brücken seien ein zentrales Thema und «Brücken bauen» – im übertragenen Sinn – in aller Munde. Zum Schluss lobte er die professionelle Projektleitung von Urs Pfründer, Vizeammann von Holderbank.

Nur ein «flüssiger Apéro»

Bevor die Gemeindeammänner Herbert Anderegg und Ueli Salm das Band beim Treppenaufgang zum Steg durchschnitten, gab der Vizeammann noch ein paar Eckdaten zur Sanierung bekannt. Unter anderem wurden 14 Tonnen Metall, 10 Kubik Holz und 2750 Schrauben verarbeitet. Aus Sicherheitsgründen und nach Absprache mit der BfU mussten weitergehende Sanierungsarbeiten ausgeführt werden. Was die Erneuerung verteuerte. Ob wohl aus diesem Grund zum Apéro nur eine Tranksame gereicht wurde? Von offizieller Seite erklärte man mit einem Augenzwinkern, ein ausschliesslich «flüssiger» Apéro sei angezeigt, weil der Aaresteg nur 80 Zentimeter breit und das Kreuzen etwas schwierig sei.

Projektleiter Pfründer hofft nun, dass der Aaresteg eines Tages doch noch ins Wanderwege-Netz aufgenommen wird. Bei den bisherigen Abklärungen scheiterte es daran, dass 90 Prozent des Weges von Schloss zu Schloss (Wildegg– Veltheim) asphaltiert sind. Man bleibe am Ball, zeigte sich Pfründer optimistisch. Erfreut zeigte er sich auch darüber, dass er am Ende der offiziellen Einweihungsfeier seitens der Industrie zugesichert bekam, dass man die zerschlagenen kleinen Scheiben am Gebäude beim Treppenaufgang ersetzen werde. Sehr zur Freude wohl aller – mussten doch an der Einweihungsfeier die zerborstenen Fenster mit den Gemeinde-Fahnen verhüllt werden.

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