Patrick Mösch zum Gemeindepräsidenten gewählt
Brunegg Die Stimmberechtigten von Brunegg haben Patrick Mösch zum neuen Gemeindepräsidenten gewählt. Während das Präsidium wieder besetzt ist, bleibt ein Sitz im Gemeinderat weiterhin leer. Ein zweiter Wahlgang ist im Juni vorgesehen.

Brunegg hat einen neuen Gemeindepräsidenten: Patrick Mösch ist am Sonntag, 8. März, mit 144 Stimmen gewählt worden. Der bisherige Gemeinderat tritt damit die Nachfolge von Mario Blasucci an, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte. Die Stimmbeteiligung lag bei 31,3 Prozent.
Für Mösch war der Moment des feststehenden Wahlergebnisses ein besonderer. «Es war ein schöner Moment, aber ich sehe das Resultat vor allem als Vertrauensbeweis der Bevölkerung», sagt er. Erfreulich sei auch die Wahlbeteiligung gewesen. Gleichzeitig ordnet er das Ergebnis ein: «Dass ich der einzige Kandidat war, relativiert das Resultat natürlich – die eigentliche Herausforderung beginnt jetzt im Amt.» Gefeiert wurde deshalb nur im kleinen Rahmen. «Der Fokus liegt auf der Arbeit, die vor uns steht.»
Stabilität und Vertrauen
Mit seiner Wahl übernimmt Mösch das Präsidium in einer Phase, in der Brunegg politisch turbulente Zeiten hinter sich hat. Für ihn steht deshalb fest, worauf es nun ankommt: «Stabilität entsteht durch Berechenbarkeit.» Entscheide des Gemeinderats – ob in eigener Kompetenz oder als Antrag an die Gemeindeversammlung – müssten nachvollziehbar begründet werden. Ebenso wichtig sei der respektvolle Umgang. «Vertrauen wächst dort, wo man sich gegenseitig zuhört – auch bei unterschiedlichen Meinungen.» Entscheidend sei, dass das Gemeinwohl über Einzelinteressen gestellt werde. «Nicht jede Entscheidung wird jedem gefallen können, aber sie muss fair und weitsichtig sein. So gewinnen wir Schritt für Schritt die Verlässlichkeit zurück, die Brunegg verdient.»
Gemeinderat weiterhin unvollständig
Während das Präsidium wieder besetzt ist, bleibt ein Sitz im Gemeinderat weiterhin vakant. Für die Ersatzwahl ist innerhalb der Anmeldefrist keine Kandidatur eingegangen. Zwar erhielten Fabian Reyeg, Roland Suter und Helena Graf je 4 Stimmen, das absolute Mehr von 21 Stimmen wurde jedoch klar verfehlt. Damit bleibt der Sitz vorerst unbesetzt. Ein zweiter Wahlgang ist für den 14. Juni vorgesehen.
Für Mösch zeigt die Situation, dass politisches Engagement auf Gemeindeebene heute nicht mehr selbstverständlich ist. «Ein Sitz im Gemeinderat ist weiterhin vakant. Das zeigt, dass politisches Engagement auf Gemeindeebene heute nicht selbstverständlich ist – obwohl gerade hier Entscheidungen getroffen oder vorbereitet werden, die unseren Alltag direkt betreffen», sagt er. Gerade in einer kleinen Gemeinde sei das Engagement der Bevölkerung zentral. «Das Engagement der Bevölkerung ist das Fundament der Eigenständigkeit.» Diese Unabhängigkeit sei jedoch kein Selbstläufer. «Wenn wir es nicht schaffen, unsere Behörden vollständig zu besetzen, gefährdet dies mittelfristig unsere Autonomie.»
Umso wichtiger sei es, Interessierte zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Mösch verweist dabei auch auf seinen eigenen Weg in die Politik: «Mir ist wichtig, zu zeigen – und ich bin wohl das beste Beispiel dafür –, dass man sich auch ohne lange politische Erfahrung einbringen kann.» Gemeindepolitik lebe von Menschen aus der Bevölkerung, die ihre Perspektiven und ihr Fachwissen einbringen möchten. Der Gemeinderat wolle deshalb weiterhin aktiv das Gespräch mit interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern suchen und transparent aufzeigen, was das Amt beinhaltet und welche Unterstützung damit verbunden ist.



