Abgelehnte Einbürgerung und Sitzung betreffend Fusion
Ammerswil Mutter und Tochter wollten eingebürgert werden. Der Gemeinderat empfahl der Versammlung aber nur ein Gesuch zur Annahme.
Dass der Gemeinderat ein Gesuch zur Einbürgerung zur Ablehnung empfiehlt, ist selten. Das weiss auch Frau Gemeindeammann von Ammerswil, Katharina Engeler. Ihr war es wichtig, den anwesenden 66 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern zu erklären, wie eine Einbürgerung abläuft, bevor über die Einbürgerung der beiden Frauen entschieden wurde. Die beiden waren an diesem Abend nicht anwesend. Wer in der Schweiz ordentlich eingebürgert werden wolle, müsse eine C-Bewilligung haben, erklärte Engeler. Hinzu kämen mindestens zehn Jahre Aufenthalt in der Schweiz, fünf davon im Kanton Aargau und drei in der Gemeinde. Zudem müssen die betroffenen Personen mit der Schweiz vertraut und erfolgreich integriert sein. Nach der Einreichung und Prüfung eines umfassenden Gesuchs folgt der Staatsbürgertest.
Erst dann folgt das Gespräch mit dem Gemeinderat. «Nach der Prüfung der Unterlagen und dem Gespräch mussten wir feststellen, dass die Mutter die Anforderung für eine Einbürgerung nicht erfüllt», erklärte Engeler. In der anschliessenden kurzen Diskussion schlug ein Stimmbürger vor, beide Frauen nicht einzubürgern. «Es ist sinnlos, eine nicht einzubürgern.» Engeler erinnerte daran, dass die Schülerin alle Anforderungen erfülle. Das sah auch eine Mehrheit der anwesenden Stimmbürgerinnen so. Die Tochter wurde mit 37 Ja- zu 15 Nein-Stimmen eingebürgert. Hinsichtlich des Gesuchs ihrer Mutter folgten die Anwesenden ebenfalls der Empfehlung des Gemeinderates – sie wiesen es grossmehrheitlich ab.
Strassenlampe als Insektentöterin
Mehr zu diskutieren gab die geplante neue Strassenbeleuchtung. Für einen Verpflichtungskredit von 43000 Franken sollen alle Strassenlampen auf LED umgerüstet werden. Grund dafür ist auch, dass es für die jetzt verwendeten Lampen kaum Ersatzteile gibt. Die neue Beleuchtung werde zudem momentan vom Kanton bezuschusst, erklärte der zuständige Gemeinderat Daniel Wellinger. Ein Anwesender störte sich nicht an dem Fakt, dass die Strassenbeleuchtung ersetzt wird, sondern an der Lichtstärke. «Licht gibt Sicherheit, es erzeugt aber auch Sachen, die nicht gut sind», erklärte er.
Er sprach damit nachtaktive Insekten an, die die hellen Lichtkegel stundenlang umkreisen und dann vor Erschöpfung oft sterben. Er empfahl eine Lichtstärke von 2200 bis 2700 Kelvin. «Ich unterstütze es, so wenig Licht wie möglich zu benötigen. Innerhalb der Parameter des Möglichen bin ich der Erste, der dem zustimmt», entgegnete der Gemeinderat. Doch weder Votant noch Gemeinderat wussten auf Anhieb, ob die von der Gemeinde gewählten Lampen soweit dimmbar sind. Abhilfe schaffte ein junger Anwesender, der sein Telefon zu Hilfe nahm. Der Kredit für die neuen Lampen wurde schliesslich grossmehrheitlich angenommen.
Zu guter Letzt informierte Frau Gemeindeammann unter Verschiedenem noch über einen Besuch des Kantons. Genauer gesagt, der Abteilung für Gemeinden. «Wir bekamen von der Bevölkerung nach der vergangenen Gemeindeversammlung Hinweise betreffend eines möglichen Zusammenschlusses», so Engeler.
Diese Hinweise seien keine offizielle Aufforderung. Trotzdem kam der Gemeinderat ihnen nach. «Wir unterhalten uns an der nächsten Gemeinderatssitzung mit einem Verantwortlichen des Kantons.»



