Paradies Kiesgrube – Streifzug durch die Natur

Kiesgruben sind weitläufige, steinreiche Gebiete in meist intakter Landschaft. Die Landschaftskommission Niederlenz lädt am Samstag, 20. Mai, zum Naturtag im Paradies Kiesgrube ein.

Interessante Bewohner: Zum Lebensraum von Uferschwalben gehören auch Kiesgruben. Foto: Beat Haller, Verband FSKB
Interessante Bewohner: Zum Lebensraum von Uferschwalben gehören auch Kiesgruben. Foto: Beat Haller, Verband FSKB

Der Kiesabbau ist einerseits ein Huhn, das goldene Eier legt, andererseits schafft ein Kieswerk aber auch Räume für die Entfaltung der Natur. Ein Kieswerk leistet während des Kiesabbaus wie auch mit der Rekultivierung und Renaturierung einen Beitrag zur Erhaltung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Noch während Kies und Sand abgebaut werden, nisten sich die verschiedensten Lebensformen in den entstandenen Ödflächen ein. Kiesgruben bieten sich als Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen an.

Auf einem rund zweistündigen Spaziergang führen versierte Fachleute zu interessanten Stellen im renaturierten Gebiet des Kieswerks. In Wanderbiotopen wachsen verschiedenste Blumen wie der Klatschmohn oder die Gemeine Kratzdistel. Die vielen kleinen Tümpel sind ein willkommener Lebensraum für die seltene Gelbbauchunke. Schmetterlinge, Uferschwalben oder Wildbienen bevölkern die bewachsenen Böschungen. Spuren von Wild beweisen, dass sich auch Rehe und Füchse im Kiesgrubenareal tummeln. Der Start zum Naturtag erfolgt um 13.30 Uhr ab Parkplatz bei der Hundehütte. Eingeladen ist Gross und Klein aus Niederlenz, aber auch Interessierte aus der Umgebung.

Wildbienenhotel und Ringelnatter

Kiesgruben gehören zu den wichtigsten Lebensräumen für Wildbienen. Verschiedene Niststrukturen sowie ein grosses und vielfältiges Blütenangebot fördern den Zuwachs. In Zusammenarbeit mit der Schule Niederlenz hat die Kieswerkkommission in der Wilägete am Donnerstag, 18. Mai, ein Bienenhotel aufgestellt. Unter der Leitung von Werklehrer Franz Arnold haben die 1. Real und 2. Sek ein grosses Wildbienenhotel gebaut. Auf dem ehemaligen Bahntrassee liegen grosse Steinhaufen, sie bieten Unterschlupf und Versteck für Echsen und Schlangen. Und als Ergänzung zu den Steinhaufen haben die Schülerinnen und Schüler ein Bollensteingebilde in Form einer Ringelnatter erstellt.

Der rund zweistündige Rundgang durch das Paradies Kiesgrube führt auch zu diesen Neuerungen. Weil der Weg öfter durch unwegsames Gebiet führt, sind gutes Schuhwerk und entsprechende Kleidung wichtig. Wer einen Blick in die weiträumige Kiesgrube werfen will, sollte einen Feldstecher mitnehmen. Der Naturtag endet traditionell mit Gratiswurst und Brot bei der Waldhütte. Weil am späteren Nachmittag bei der Hundehütte eine Military-Vorführung des Kynologischen Vereins stattfindet, sind dort die Parkplätze rar. Es empfiehlt sich, das Auto zu Hause zu lassen. Parkmöglichkeiten bestehen beim ehemaligen Schützenhaus am Lenzhardweg, der Fussmarsch zur Hundehütte dauert etwa 15 Minuten. Und von der Waldhütte zurück zum Auto ist der Weg erst noch kürzer.

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