Niederlenz gewinnt Fussgängerpreis

Die Gemeinde Niederlenz hat im Rahmen des Wettbewerbs Flâneur d’Or eine Auszeichnung für die Umgestaltung der Hauptstrasse erhalten.

Ausgezeichnet: Neugestaltung der Hauptstrasse in Niederlenz. Foto: zvg
Ausgezeichnet: Neugestaltung der Hauptstrasse in Niederlenz. Foto: zvg

Sichere, direkte Fusswege und attraktive öffentliche Räume sind die Voraussetzung, damit Menschen gern zu Fuss unterwegs sind. Der «Flâneur d’Or – Fussverkehrspreis Infrastruktur», der dieses Jahr bereits zum neunten Mal vergeben wird, zeichnet Projekte aus, die die Attraktivität des Zufussgehens erhöhen. Der Hauptpreis des Flâneur d’Or 2017 geht an die Stadt Biel für die Schaffung eines neuen Parks im Herzen der Stadt. Acht weitere Projekte wurden mit einer Auszeichnung geehrt, darunter die Gemeinde Niederlenz für die Neugestaltung der Hauptstrasse, die 2016 fertiggestellt wurde.

Die Umsetzung trotz einengenden Rahmenbedingungen überzeugte die Juroren von Fussverkehr Schweiz, dem Fachverband der Fussgängerinnen und Fussgänger, gleich in mehreren Punkten. «Obwohl täglich rund 10000 Fahrzeuge das Dorf durchqueren, konnten Attraktivität und Sicherheit für die Zufussgehenden erhöht werden», schreibt der Verband.

Mutige Neuverteilung

Der Platz sei für den Fussverkehr, den motorisierten Verkehr sowie den Aabach mutig und mit ästhetischem Fingerspitzengefühl neu verteilt worden.

Um zusätzlichen Raum zu schaffen, wurden der Aabach und die Strasse nach Westen verschoben und gleichzeitig die Strassenbreite im zentralen Abschnitt auf durchwegs 6,20 Meter reduziert. Neu entstanden grosszügigere Vorbereiche, mit denen das Ortsbild aufgewertet und gleichzeitig mehr Platz für Fussgänger geschaffen wurde. Mit der offenen Raumgestaltung sei der Dorfplatz im Zentrum aufgewertet worden.

Ebenfalls positiv bewertete der Verband, dass die schlichte Gestaltung mit niedrigen Randabschlüssen und grosszügigen Seitenbereichen ein rücksichtsvolles Verhalten der Fahrzeuglenkenden fordert. Die Zielgeschwindigkeit in der neu gestalteten Strasse beträgt 40 Kilometer pro Stunde.

Gut angekommen ist beim Fachverband, dass die neu gestaltete Kantonsstrasse den öffentlichen Raum betont, während sie vorher schlicht verkehrsorientiert war. Der Verband hält fest: «Das Zusammenspiel von reduzierter Fahrbahn, aufgeweitetem Fussgängerbereich und Vorbereichen, Gestaltung von Fassade zu Fassade sowie Einbezug von Einfallsachsen und Kleinplätzen vermittelt mehr Dorf statt Strasse.» Die Gestaltung unterstreiche so die bessere Koexistenz zwischen motorisiertem und nichtmotorisiertem Verkehr.

Als «elegante Lösung» wurde die neue Bushaltestelle bezeichnet, die sich überhängend über dem Aabach-Platz befindet. Der einzige Punkt, den die Jury bemängelte: «Die Haltekante sollte für den behindertengerechten Zustieg höher ausgestaltet sein.»

Der Preis für fussgängerfreundliche Infrastrukturen wird alle drei Jahre von Fussverkehr Schweiz, dem Fachverband der Fussgängerinnen und Fussgänger, überreicht. (lba)

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