Nach 40 Jahren ist Schluss

Möriken-Wildegg 40 Jahre lang war Musik Fankhauser eine bekannte Adresse für Musikliebhaber. Daniel und Marlis Fankhauser hören nun per Ende Jahr auf.

<em>Hat sein Leben der Musik verschrieben:</em> Daniel Fankhauser. Foto: Melanie Solloso
<em>Hat sein Leben der Musik verschrieben:</em> Daniel Fankhauser. Foto: Melanie Solloso

Das Musikgeschäft hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert. Die kleinen Musikläden haben seit nunmehr 10 Jahren einen schweren Stand. Sie müssen sich behaupten gegenüber den Musikhäusern mit viel Auswahl, aber auch das Internet ist eine spürbare Konkurrenz. Nur noch wenige kleine Musikhäuser sind geblieben. Eines davon ist Musik Fankhauser am Römerweg 5 in Möriken-Wildegg, eine bekannte Adresse unter Musikliebhabern mitten im Mörkner Wohnquartier im Oberdorf. Die Fankhausers haben sich spezialisiert auf Dienstleistungen für verschiedene Musikschulen, einerseits Musikliteratur für Schüler, aber auch die Vermietung von Instrumenten und Musikunterricht waren Teil des Angebots. Dank diesem verlässlichen Standbein konnte sich das kleine Musikhaus auch im Angesicht der Grossen gut halten.

Daniel und Marlis Fankhauser, beide bereits längst im Pensionsalter, hielten den Kunden bislang treu die Stellung, nun haben sich die Besitzer ob der Veränderungen in der Branche ebenfalls entschieden, ihr Geschäft aufzugeben. Sie hören per Ende Jahr auf. Im Oktober starteten sie deswegen einen «Rausverkauf». «Alles muss weg», sagt Daniel Fankhauser. Musikliteratur, Instrumente und Zubehör gibt es, solange es noch hat, zu speziellen Konditionen.

Vom Hobby zum Beruf

Das Lebenswerk zu veräussern, sei schon hart, sagt Daniel Fankhauser. Nichtsdestotrotz, nach einem Nachfolger hat er nie gesucht. «Das hätte keinen Sinn», meint er. Bevor es die Kopierer gab, vor den 80er-Jahren, das sei die Blütezeit der Musikbranche gewesen, erinnert sich der 76-Jährige. Er war an verschiedenen Musikschulen für den Musikunterricht zuständig, seine Frau Marlis kümmerte sich um den Laden und die Kunden. Dass er auch beruflich seiner Leidenschaft, der Musik, nachgehen konnte, sieht er als Privileg. Als Bauernsohn kam er durch etwas Glück zu Flötenunterricht. «Damals konnten sich das nur die Besserbetuchten leisten.» Von da an war seine Passion für Musik geweckt. Zuerst habe er aber trotzdem «etwas Rechtes» gelernt: Bäcker-Konditor. Die Musik pflegte er als Hobby. Als Militärtrompeter und Aktivbläser bei der Stadtmusik Luzern konnte er wertvolle Erfahrungen sammeln. Erst Mitte 30 sattelte er auch beruflich um. Er studierte an der Musikakademie in Zürich mit Fachgebiet Blasorchesterdirektion. Auf diese hat er sich später spezialisiert. Die Musik ganz an den Nagel hängen wird Daniel Fankhauser nicht. Seiner Leidenschaft wird er auch weiterhin im Verein und als Musiklehrer nachgehen.

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