Loslassen und treffen

Veltheim: Bogenschiessen ist mehr als ein Sport – «es ist Spiritualität», sagt der pensionierte Pfarrer Hans-Peter Ott. Er gibt sein Wissen nun auch in Veltheim weiter.

Meditatives Bogenschiessen: Es braucht Konzentration und das Vertrauen auf die eigene Intuition beim Schiessen mit Langbögen nach mittelalterlichem Vorbild. Foto: zvg
Meditatives Bogenschiessen: Es braucht Konzentration und das Vertrauen auf die eigene Intuition beim Schiessen mit Langbögen nach mittelalterlichem Vorbild. Foto: zvg

Seit Herbst 2017 gibt der pensionierte Pfarrer Hans-Peter Ott sein Wissen über das meditative Bogenschiessen zusammen mit Walter Landolt im Rahmen der Reformierten Kirchgemeinde Niederlenz weiter. Weil es so gut läuft, wird nun in Veltheim in Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirchgemeinde Veltheim-Oberflachs eine zweite Gruppe ins Leben gerufen. Am Samstag, 12. Mai, fällt der Startschuss.

«Nur wer loslässt, kann sein Ziel treffen», sagt Hans-Peter Ott, gelernter Drogist und Pfarrer im Ruhestand. Denn Bogenschiessen sei mehr als sportliche Leistung. «Wenn der Wettbewerb in den Hintergrund tritt, wird die spirituelle Dimension des Bogenschiessens deutlich.» Hans-Peter Ott beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Dimension. Im Gespräch erklärt er, wie beim Bogenschiessen Anspannung und Entspannung zusammenspielen.

«Es braucht Konzentration und das Vertrauen auf die eigene Intuition beim Schiessen mit Langbögen nach mittelalterlichem Vorbild. Wer nur mit dem Kopf schiesst, trifft sein Ziel kaum. So wird das Bogenschiessen zur Lebensschule. Es hilft, die Aufmerksamkeit zu bündeln. Das Vertrauen auf das eigene Bauchgefühl wird gestärkt. Durch die bewusst ausgeführten Bewegungen wird Achtsamkeit auf den Körper gefördert. Es braucht Zeit und entschleunigt für einige Stunden das eigene Leben.»

Anders ankommen

Dabei ist es mit dem meditativen Bogenschiessen und Sportschiessen wie mit dem Pilgern und dem Wandern. Hans-Peter Ott erklärt: «Bei beiden Tätigkeiten setzt man einen Fuss vor den andern. Dabei ist die innere Einstellung massgebend. Der Pilger bricht auf, um eine religiöse Stätte zu besuchen. Auf dem Weg dorthin wünscht er sich eine Veränderung, Entwicklung des Glaubens und der Persönlichkeit. Er möchte als ein anderer ankommen, als er aufgebrochen ist.»

Wer mindestens 14 Jahre alt ist und mehr über das meditative Bogenschiessen erfahren möchte, ist unabhängig von Religion oder Konfessionszugehörigkeit zum Schnupperkurs eingeladen. Der Einführungskurs beginnt am Samstag, 12. Mai, 9 Uhr im Kirchgemeindehaus in Veltheim. Anmeldung unter 0564431228 oder christian.vogt@ref-veltheim.ch. (lba)

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