Klärgas liefert Wärme und Strom

<em>Blockheizkraftwerke sind startklar: </em>Sehr zur Freude von Betriebsleiter Roman Bieri und Markus Blättler, Geschäftsführer Abwasserverband Region Lenzburg. Foto: Carolin Frei
<em>Blockheizkraftwerke sind startklar: </em>Sehr zur Freude von Betriebsleiter Roman Bieri und Markus Blättler, Geschäftsführer Abwasserverband Region Lenzburg. Foto: Carolin Frei

Möriken-Wildegg Am Freitag wird in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt das neue Heizsystem eingeweiht. Künftig werden zwei Blockheizkraftwerke aus dem Klärgas der ARA Wärme und Strom produzieren. Eine neue Lösung für ein Heizsystem habe sich aufgedrängt, nachdem die alte Ölheizung und das später installierte Blockheizkraftwerk in die Jahre gekommen seien, sagt Markus Blättler, Geschäftsführer Abwasserverband Region Lenzburg und Geschäftsführer SWL Energie AG.

Nach vertieften Abklärungen kristallisierten sich drei mögliche Systeme heraus. Wärmepumpen, die Kombination eines Blockheizkraftwerks mit einem Gaskessel oder zwei Blockheizkraftwerke. Bei der dritten Option untersuchte der Abwasserverband zwei Untervarianten – strom- oder wärmegeführt. Wärmegeführte Systeme laufen nur dann, wenn Bedarf für die produzierte Wärme besteht. Zudem wird das nicht benötigte Klärgas in der Biogas-Aufbereitungsanlage der SWL Energie AG zu Biogas veredelt und ins Gasnetz eingespeist.

Bevor der definitive Entscheid fiel, wurde ein Ingenieurbüro zu Rate gezogen. «Die Experten kamen zum gleichen Ergebnis wie wir», sagt Blättler. Der Verband hat in die Heizung aus Schweizer Produktion, die Verrohrung und den Ersatz der Niederspannungs-Hauptverteilung rund 2,3 Millionen Franken investiert. «Es ist das zweitgrösste Projekt, das wir in meiner zehnjährigen Amtszeit als Betriebsleiter umgesetzt haben», sagt Blättler.

Auch künftig wird überschüssiger Strom an die Swissgrid geliefert. Da es sich um ökologisch hochwertigen Strom aus erneuerbarer Energie handelt, erhält der Verband vom Bund weiterhin eine Einspeisevergütung.

Wegen Abklärungen zur Energiestrategie 2050 verzögerte sich die neue Heizzentrale. Als Übergangslösung kam für die Heizsaison 2018/2019 eine mobile Pelletheizung zum Einsatz. (cfr)

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