Kiesabbau «Herrengasse» geplant

Das Kiesabbaugebiet in Niederlenz soll um drei Hektaren erweitert werden. Die planerischen Unterlagen liegen im Mitwirkungsverfahren noch bis zum 25. Juli öffentlich auf. Jedermann ist eingeladen, sich zu äussern.

Herrengasse: Wird 17 Jahre verwundet und 2033 wieder rekultiviert sein. Foto: Alfred Gassmann
Herrengasse: Wird 17 Jahre verwundet und 2033 wieder rekultiviert sein. Foto: Alfred Gassmann

Die Vorlage überrascht. Der Kiesabbau Neumatte wird nicht erst im Jahr 2036 erschöpft sein, sondern bereits Mitte 2020. «Die wesentlich erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen bewirkte eine Erhöhung um das Dreifache», lässt sich den Unterlagen entnehmen. Statt rund 30000 Kubikmeter pro Jahr werden gegen 100000 Kubikmeter Kies abgebaut. Der Bauernhof von Walter Rickli ist abgebrochen und das darunter vorhandene Kies wird bereits abgebaut. Der Bedarf an Rohstoffen und das Auffüllvolumen für unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial ist ausgewiesen.

Um nahtlos Kies liefern zu können, muss die Ortsbürgergemeinde jetzt vorsorgen. Geplant ist, die an das Abbaugebiet Neumatte angrenzende Herrengasse der Kiesabbauzone zuzuschlagen oder anders gesagt, am Kulturlandplan der Gemeinde Niederlenz eine Teilrevision vorzunehmen. Die raumplanerische Voraussetzung ist gegeben, denn die Erweiterung Herrengasse ist im kantonalen Richtplan bereits festgesetzt.

Abbau von rund 700000 Kubikmetern Kies

Beeindruckende Zahlen. In der Herrengasse kann auf einer Fläche von knapp drei Hektaren und 28 Meter tief Kies abgebaut werden. Damit ist eine Schutzschicht von fünf Metern zum Grundwasserstrom gewährleistet. Da jährlich 100000 Kubikmeter Kies benötigt werden, erstreckt sich der Abbau von rund 700000 Kubikmetern voraussichtlich über die Jahre 2020 bis 2027. 700000 Kubikmeter bedeutet der Rauminhalt von 700 grossen Einfamilienhäusern samt Keller. Im Jahre 2024 kann mit dem Auffüllen begonnen werden. Die Projektverfasser rechnen damit, dass sich die Wunde 2033 wieder rekultiviert präsentiert. Die Abbaufläche wird so rekultiviert, dass sie der Landwirtschaft als Fruchtfolgefläche zurückgegeben werden kann.

Tümpel für Amphibien

Der Kiesabbau bedeutet einen Eingriff in die Natur und Landschaft. Er ist mit ökologischen Ausgleichsmassnahmen zu kompensieren oder zu minimieren. Als ökologische Ausgleichsmassnahme werden während der Abbauphase mindestens 15 Tümpel für kiesgrubentypische Amphibienarten erstellt und fachgerecht unterhalten. Zudem werden nach Abschluss des Kiesabbaus Dauerbiotope realisiert. Die Anwohner des benachbarten Wohnquartiers werden vor Sicht und Lärm mit einem Erddamm geschützt. Der Umzonung in eine Kiesabbauzone wird später noch das Baubewilligungsverfahren folgen.

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