Im «Chestenberg» wurde gefeiert

Am Sonntag zelebrierte das Alterszentrum Chestenberg in Wildegg sein 30-Jahr-Jubiläum – mit Brunch-Buffet und Führungen durchs Haus.

Clown Manu: Er verzauberte Bewohner und Gäste. Foto: Carolin Frei
Clown Manu: Er verzauberte Bewohner und Gäste. Foto: Carolin Frei

Ich finde den Tag der offenen Tür eine mega gute Idee», sagt Sabrina Guerreiro aus Möriken, die kurz nach 10 Uhr den Brunch geniesst. Sie freut sich mit ihrer Begleitung vor allem auf die Besichtigung der neuen Küche. Beim Kaffee sitzt auch Herta Vock aus Wildegg. «Ich bin seit 18 Jahren im Chestenberg angemeldet», sagt die 88-Jährige. Sie freue sich auf den Rundgang. Essen möge sie erst später, sie habe gut gefrühstückt. Was um 10 Uhr mit Birchermüesli, frischen Früchten, Käse- und Fleischplatten, Rührei, Speck und Würstchen begann, ging um die Mittagszeit in die zweite Runde. Dann standen Braten und ein Kartoffelgratin auf dem Speisezettel, zu dem sich später das Dessertbuffet gesellte. Alles kostenlos. Den Brunch lassen sich auch die Bewohner Nelly (93) und Ernst Kaufmann (90) nicht entgehen. Sie fühlen sich wohl im «Chestenberg», lassen sich überraschen, was am Jubiläumstag noch alles geboten wird. Für Stimmung sorgte unter anderem Clown Manu, der aus Ballonen lustige Tierfiguren kreierte. «Ich kann wohl an die 100 Tiere gestalten. Und wenn eins nicht in meinem Repertoire sein sollte, kann ich gut improvisieren», sagt er. Für Unterhaltung sorgte zudem die Musikgesellschaft Holderbank sowie ein Drehörgeli-Mann. Auf die kleinen Besucher warteten eine Hüpfburg und ein Zuckerwatte-Stand.

Rückblick: 30 Jahre Alterszentrum

Bevor der Startschuss zu den Führungen durchs Haus erfolgte, blickte Zentrumsleiter Marco Anselmi auf 30 Jahre Alterszentrum zurück. «1957 schenkte die Wildegger Fabrikantenfamilie Isler der Kulturgesellschaft Lenzburg die Villa Bünzegg mit der Auflage, darin ein Altersheim zu betreiben», sagt Anselmi. Dieser Auflage sei gerne Folge geleistet worden. 1979 wurde der Verein Alterszentrum Chestenberg gegründet und die Villa Bünzegg samt Umschwung übernommen. Geplant war, ein neues Altersheim zu errichten, das 1987 mit 24 Einzelzimmern eröffnet wurde. In der nun frei gewordenen Villa Bünzegg wurden Alterswohnungen eingerichtet. 1996 stand ein Erweiterungsbau an. Im Juli 2017 wurde die Küche komplett saniert und seit Februar 2017 zeichnet Marco Anselmi als Zentrumsleiter verantwortlich. Zuvor hatte das AZ Chestenberg im Rahmen eines Kooperationsvertrages die Leitung dem Führungsteam des Alters- und Pflegeheims Unteres Seetal in Seon übertragen.

Wie gehts weiter? «Eine Herausforderung ist die Villa Bünzegg», sagt Anselmi. Die Alterswohnungen würden den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Eine weitere allgemeine Herausforderung sei die Finanzierung des Alters, schwindende soziale Kontakte, fremde Kulturen und Randständigkeit. Themen, die in Zukunft beschäftigten. In diesem Sinne sei denn die Geschichte des «Chestenbergs» noch längst nicht zu Ende geschrieben.

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