Humorvoller Jahresauftakt

Brunegg Mit ihrer schwarzen Komödie in drei Akten «Es verhängnisvolls Wochenend – Murder by Sex» aus der Feder von Joan Shirley zeigt das Theaterensemble Brunegg rund zwei Stunden schwarzes Theater vom Feinsten.

<em>Zeigen «Es verhängnisvolls Wochenend»:</em> Die Theatergruppe Brunegg. Foto: Stefanie Osswald
<em>Zeigen «Es verhängnisvolls Wochenend»:</em> Die Theatergruppe Brunegg. Foto: Stefanie Osswald

Männer und ihre Affären. Vor beidem sollte frau sich hüten. Sofern Herr Göttergatte sein Techtelmechtel nicht bereits in den eigenen vier Wänden einquartiert hat. Dann bleibt auch emanzipierten Frauen nur noch die Flucht nach vorne. Oder anders: Murder by Sex. Die taffe Dr. Cornelia Anderhub (Susanne Moor) ist Frauenärztin und praktiziert ausnahmsweise zuhause. Ihr Mann Beni (Ruedi Eichenberger) ist ein Lebenskünstler und versucht sich in der Malerei und neu auch als Schriftsteller. Nach einem Schriftstellerkurs, bei dem er Mona (Rachel Schmid), seine «Geliebte für drei Tage», kennen lernte, taucht diese plötzlich mit ihrem «Freund» in der Villa Anderhub auf. Beni Anderhub hat alle Hände voll damit zu tun, dass seine Frau nichts von der Affäre erfährt, und muss nebst seiner Ehe auch seinen eigenen Hals und einen Scheintoten retten. Dann taucht zu all dem auch noch die senile Tante Lotti auf. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Nach vielen Jahren ohne Regisseur stehen die acht Schauspieler der Theatergruppe Brunegg seit diesem Jahr unter sicherer Leitung von Roland Christen, dem ehemaligen Polizisten mit kreativer Ader. Bereits zwei Romane mit Kurzgeschichten aus seinem Berufsalltag unter dem Titel «Geschichten, die der Polizeidienst schrieb» sowie einen Band mit fiktiven Sagen und Erzählungen aus der Region veröffentlichte Christen.

Und nicht nur im Beruf hat Christen die Zügel in der Hand. Auch die Gruppe weiss der passionierte Theaterliebhaber gekonnt im Zaum zu halten und findet dennoch stets die Balance zwischen Freiheit und Führung: «Freiheit muss sein. Es ist wichtig, dass jeder seine Ideen und seine Meinungen einbringen kann. Doch eine klare Linie muss auch sein», schmunzelt der pensionierte Gesetzeshüter mit Gespür für ästhetische Feinheiten.

Spielerisch überzeugende Leistung zeigt Rachel Schmid und gibt in ihrer Rolle als die Geliebte Mona zugleich ihr schauspielerisches Debüt in einer der anspruchsvollsten Rollen. Unerwartet wandelbar scheint die sonst so zierliche Blondine, zieht alle weiblichen Register und reizt zugleich aus, was theatralisch auszureizen ist. Mit Freude am Spiel und überzeugendem Schauspiel gelingt der Theatergruppe Brunegg ein theatralisch humorvoll inszenierter Jahresauftakt jenseits aller Sexismusdebatten. (StO)

Aufführungen: Mittwoch, 6.2., 20 Uhr; Freitag, 8.2., 20 Uhr mit grosser Tombola; Samstag, 9.2., 20 Uhr mit grosser Tombola. Türöffnung jeweils 18 Uhr. Platzreservationen sind nur telefonisch an folgenden Daten möglich: Do., 24./Di., 29. und Do., 31.1., jeweils 17–20 Uhr unter 079 7694531.

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