«Gmeind» entscheidet über neue Tagesstrukturen

Neben einer Erhöhung des Steuerfusses beantragt der Gemeinderat Rupperswil an der Einwohnergemeindeversammlung vom 24. November auch einen Verpflichtungskredit von 315000 Franken für die Sanierung und den Umbau des «Frickerhauses».

Sind für den Aufbau und den Betrieb der neuen Tagesstrukturen in Rupperswil zuständig: Max Schärer, Sandra Parolini, Alexandra Wohlfahrt und Sascha Schärer vom Verein «Tagesstrukturen Rupperswil» vor dem «Frickerhaus». Foto: zvg
Sind für den Aufbau und den Betrieb der neuen Tagesstrukturen in Rupperswil zuständig: Max Schärer, Sandra Parolini, Alexandra Wohlfahrt und Sascha Schärer vom Verein «Tagesstrukturen Rupperswil» vor dem «Frickerhaus». Foto: zvg

An der Einwohnergemeindeversammlung entscheiden die Rupperswiler Stimmbürger unter anderem über das Budget 2018 und damit auch über eine Erhöhung des Steuerfusses von 95 auf 99 Prozent. Nach Berücksichtigung der Erhöhung der Kantonssteuer um 3 Steuerfussprozente per 1. Januar 2018 entspricht das einer Steuererhöhung von 7 Steuerfussprozenten. Hauptgrund sind gebundene Mehrausgaben in verschiedenen Bereichen.

Des Weiteren entscheiden die Teilnehmenden der Wintergmeind über drei Anträge zum Thema familienergänzende Kinderbetreuung: das neue Reglement über die familienergänzende Kinderbetreuung, eine Starthilfe für die neuen Tagesstrukturen in Form eines Darlehens durch die Gemeinde in der Höhe von 60000 Franken und einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 315000 Franken für die Sanierung und den Umbau des leer stehenden «Frickerhauses» an der Jurastrasse 14.

Befristete Standortlösung

Die Liegenschaft soll vorübergehend per Beginn des Schuljahres 2018/2019 die neuen Tagesstrukturen beheimaten und Platz für bis zu 33 Kinder bieten. Der Platzbedarf wurde anhand einer repräsentativen Umfrage Anfang dieses Jahres erhoben. Anhand der Umfrage wurde der schulergänzende Platzbedarf im Tages- und Wochenverlauf berechnet. Rund 500 Fragebogen wurden an Haushalte verschickt, die Rücklaufquote betrug 56 Prozent.

Abklärungen ergaben, dass an der Jurastrasse 14 ohne bauliche Erweiterungen lediglich 21 Betreuungsplätze eingerichtet werden können. Die anschliessende Prüfung möglicher Ausbauvarianten durch ein zugezogenes Architekturbüro zeigte, dass für eine längerfristige Unterbringung des Betreuungsangebots im Frickerhaus unverhältnismässig kostspielige Sanierungs- und Erweiterungsmassnahmen nötig wären. Aus diesem Grund soll nun die Liegenschaft nur vorübergehend Standort der Tagesstrukturen sein und diese mit einfachen Massnahmen saniert und umgebaut werden. Dies gewährleistet, dass die neuen Betreuungsstrukturen termingerecht per Beginn des Schuljahres 2018/2019 angeboten werden können. Ab dann nämlich müssen die Aargauer Gemeinden den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherstellen. Dies schreibt das neue Kinderbetreuungsgesetz vor, das das Aargauer Stimmvolk an der Volksabstimmung vom Juni 2016 angenommen hatte.

Stand heute: nicht ausreichend

Derzeit steht Primarschülern in Rupperswil vor und nach der Schule kein ganztägiges Betreuungsangebot zur Verfügung. Die private Kinderkrippe, Kita Zaubergarten, betreut Kinder bis zum Ende der Kindergartenzeit und der privat geführte Mittagstisch im Chäsi-Treff bietet keine explizite Betreuung und wird nicht an allen Wochentagen angeboten. Zudem ist er während allen schulfreien Tagen geschlossen.

Für den Aufbau und den Betrieb der neuen Tagesstrukturen mit integriertem Mittagstisch ist der Verein «Tagesstrukturen Rupperswil» zuständig. Langfristig soll das Rupperswiler Angebot für Tagesstrukturen in einem künftigen öffentlichen Gebäude, beispielsweise einem Kindergarten-Neubau, untergebracht werden.

Die Elternmitwirkung Rupperswil (EMW) organisiert zeitgleich zur Gemeindeversammlung, ab 19.30 Uhr, einen betreuten Kino- und Spielabend in der benachbarten Jurahalle.

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