Geschichte und Geschichten am Aabach

Das Hetex-Areal umfasst ein vielfältiges, historisch gewachsenes Fabrikensemble von beträchtlichem industriearchäologischem Wert – ein Spaziergang auf den Spuren von einst.

Im Hetexareal: Kurt Badertscher (rechst aussen) orientiert über die Industriegeschichte. Foto: zvg
Im Hetexareal: Kurt Badertscher (rechst aussen) orientiert über die Industriegeschichte. Foto: zvg

«Wir freuen uns auf einen spannenden Sonntagmorgen», war auf der Einladung des Vereins Industriekultur am Aabach zu lesen. Vom Sommeranlass als Spaziergang durch Niederlenz fühlten sich rund 25 Personen angesprochen. Kurt Badertscher, Lenzburg, und Martin Stücheli, Vereinspräsident und Stadtrat, schöpften aus ihrem vollen Wissen.

Der Verein will sensibilisieren, die Industriegeschichte in der Öffentlichkeit bekannter machen, die noch vorhandenen technikgeschichtlichen Anlagen im Aabachtal dokumentieren und wenn möglich als Denkmäler der Technik und der Wirtschaft erhalten. «Bereits sind viele Anlagen und Teile davon verloren gegangen, und schnell sind sie aus dem Bewusstsein der Bevölkerung entschwunden», erklärte Martin Stücheli.

Das Hetex-Areal umfasst ein vielfältiges, historisch gewachsenes Fabrikensemble von beträchtlichem industriearchäologischem Wert. Ausgehend von einer Mitte des 18. Jahrhunderts gegründeten Indienne-Druckerei entstand hier nach 1810 unter der Lenzburger Fabrikantenfamilie Hünerwadel ein bedeutendes Textilunternehmen mit mechanischer Baumwollspinnerei und -weberei, das bis in die 1960/70er-Jahre als Schweizerische Leinenindustrie AG florierte.

Arbeitsbedingungen damals

Bei der ehemaligen Feilenhauerei Furter erinnerte der 87-jährige Walter Härry an seinen Arbeitsplatz während 27 Jahren bis 1973. Auf dem Dorfplatz ist das Kraftwerk des Niederlenzer Elektrizitätswerks längst verschwunden, dasselbe gilt für die Gipsmühle und das Wasserrad am Aabach. Der Spaziergang, verbunden mit Emotionen, Faszination und Romantik, endete in der ehemaligen Bandweberei Brunner, heute Elektro Würgler AG. Fabrikant Johann Caspar Brunner hatte damals viel Energie eingesetzt, um die Arbeitsbedingungen der Fabrikbelegschaften zu verbessern. Wie bitter nötig: Die gesammelten Bilder von Thomas Würgler über die Kinderarbeit dokumentieren die damalige Tragik.

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