Gemeindeverwaltung im Parterre?
Niederlenz An der Gemeindeversammlung vom Freitag, 23. November, entscheidet der Souverän unter anderem über den Erwerb der ehemaligen Posträumlichkeiten im Mühlegebäude.

Im Herbst 2017 ist die Post im Mühlegebäude geschlossen worden. In der Folge ist in der neuen Hetex-Apotheke eine Postagentur eröffnet worden. Seither stehen die Räumlichkeiten im Parterre des Mühlegebäudes leer. Der Gemeinderat plant nun, das Stockwerkeigentum von der Post Immobilien AG zu erwerben, um dieses einer neuen Nutzung zuzuführen.
Für eine künftige Nutzung stehen gemäss Gemeinderat Ideen wie Einrichtung einer zeitgemässen Gemeindeverwaltung im Parterre, Büros und/oder Kleinwohnungen im 1. Stock oder eine neue gewerbliche Nutzung im Parterre im Raum. Um die Möglichkeiten mit allen Vor- und Nachteilen ausloten zu können, sei geplant, nach dem Kauf ein Architekturbüro zu engagieren.
Der Verkehrswertschätzung der Post ist ein Gesamtwert von 640000 Franken zu entnehmen. Verhandlungen mit der Eigentümerin hätten zu einem Erwerbspreis von 580000 Franken geführt. Der Eigentumsübergang ist auf den 1. Januar 2019 vorgesehen. Der Vertrag in voller Länge liegt im Original öffentlich zur Auflage auf.
Ebenfalls entscheidet die Gemeindeversammlung über die Teiländerung Kiesabbauzone «Herrengasse».
Die Ortsbürgergemeinde und die zuständigen Organe des Kieswerkes beabsichtigen, das Abbaugebiet Neumatte nach dem Kiesabbau um das Gebiet Herrengasse zu erweitern. Voraussichtlich bis Mitte 2020 werden die Kiesreserven im Gebiet Neumatte abgebaut sein. Der Abbau- und Auffüllbetrieb in der vorgesehenen Erweiterung dauert zirka vom Jahr 2020 bis ins Jahr 2032.
Weniger Ausgaben für Schulraum
Die Festsetzung der Fläche für die geplante Erweiterung als kurz- und mittelfristiges Abbaugebiet im kantonalen Richtplan (Herrengasse) ist bereits erfolgt, damit ist auch die raumplanerische Voraussetzung für ein Nutzungsplanverfahren gegeben. Die Vorlage bedingt eine Teilrevision der allgemeinen Nutzungsplanung der Gemeinde Niederlenz. Formell handelt es sich um eine Teilrevision zugunsten des geplanten Materialabbaus. Genehmigt die Gemeindeversammlung die Teiländerung Kiesabbauzone «Herrengasse», geht diese an das Departement Bau, Verkehr und Umwelt zur Genehmigung. Als nächster Schritt wird ein detailliertes Abbaugesuch öffentlich aufgelegt.
Ausserdem darf sich die Gemeinde Niederlenz über geringere Kosten in Sachen Schulraumplanung und -erstellung freuen. Der Neubau «Grünes Schulhaus» kommt gut eine halbe Million günstiger als akkreditiert und unterschreitet den bewilligten Baukredit um 674331 Franken. Der Projektierungs- und Planungskredit für die Schaffung von Schulraum auf dem bestehenden Areal unterschreitet den bewilligten Kredit um 4146 Franken. An der Wintergemeinde vom 23. November sind die beiden Kreditabrechnungen zur Genehmigung traktandiert. (ms)



