Fortsetzung von Dinner for One

Mit einer Inszenierung des Theaterstücks «Miss Sophies Erbe» lüftet die Theatergruppe Brunegg die dunklen Geheimnisse von Miss Sophie, Mister Winterbottom, Admiral Schneider und Co.

Spielen «Miss Sophies Erbe»: Das Team der Theatergruppe Brunegg. Foto: Stefanie Osswald
Spielen «Miss Sophies Erbe»: Das Team der Theatergruppe Brunegg. Foto: Stefanie Osswald

«Das gleiche Vorgehen wie letztes Jahr.» Wer bei diesen Worten nur gelangweilt die Augen verdreht, darf sich nun auf etwas gefasst machen und sollte sich spätestens jetzt zu Recht fragen: Was weiss man eigentlich wirklich über die alte Dame Miss Sophie, ihren Butler James und ihre vier imaginären Geburtstagsgäste, die sie alljährlich zum Jahresausklang in ihren Wohnzimmern besuchen? Und was geschieht nach dem Ableben der adligen Miss Sophie mit ihrem Erbe? Im Theaterstück von Andreas Wening wird nun die Legende um die 90-jährige Miss Sophie weitergesponnen.

Mit ihrer Inszenierung dieser schwarzen Komödie in drei Akten bringen die acht Schauspieler der Theatergruppe Brunegg nun als eine der ersten Schweizer Laientheaterensembles eine theatralische Fortsetzung des Kultstreifens «Dinner for One» auf die Bretter der Mehrzweckhalle Brun-egg und inszenieren ein Mundarttheater der besonderen Art.

Die verwitterte Ludmilla Stroganoff (Jeanette Seiler) muss eingestehen, dass ihre Zeit als Operettendiva abgelaufen ist. Nur der chronische Geldmangel zwingt sie zu ihrer bereits siebten Abschiedstournee. Und während sie immerhin die Hauptrolle in der jedoch völlig unbekannten Operette «die keusche Baronin» trällert, ereilt sie die unerwartete Nachricht, dass sie im Testament ihrer Stiefmutter Miss Sophie als Erbin bedacht wurde.

Schnurstracks reist sie hocherfreut und in Begleitung ihrer bissigen Assistentin Gundula (Susanne Moor) zum Anwesen ihres Vaters Admiral Schneider, um ihr schon längst fälliges Erbe anzutreten. Ludmillas Glück scheint perfekt, hätte Miss Sophie nicht noch andere Personen in ihrem Testament bedacht.

Ein gnadenloses Verwirrspiel

Der fadenscheinige Sohn von Mister Pommeroy (Ruedi Eichenberger), die gierige Pflegerin von Mister Winterbottom, Gilla Winterbottom (Nicole Spiess) sowie der schrille Modedesigner Siegfried Roy Toby (Bruno Schaffner) finden sich nun nach und nach am Ansitz Kübelstein ein, um ihr Erbe in Empfang zu nehmen. Ein gnadenloses Verwirrspiel beginnt. Was für ein Glück, dass Erblassverwalter Dr. Harry Ross (Peter Schaffner) und Köchin Marlies (Elke Delimar) den Überblick behalten.

Im Rückblick auf ihr langjähriges Bestehen machte die Theatergruppe Brunegg sich überwiegend mit lustvollen Inszenierung ländlicher Szenen aus dem Genre Bauerntheater einen Namen in der Region. «Miss Sophies Erbe» stellt das gut eingespielte Team nun vor neue Herausforderungen.

«Es gibt Stücke, die leben von gut gespielten Rollen. Bei anderen steht der Text im Fokus der Darbietung. Der Humor von «Miss Sophies Erbe» liegt zwischen den Zeilen. Es verlangt von uns Schauspielern Bühnenpräsenz, absolute Textsicherheit und Konzentration», erklärt Nicole Spiess, der die Rolle der spritzigen Gilla Winterbottom nur so auf den Leib geschneidert scheint. Die Zuschauer erwarten rund 90 Minuten tiefschwarzes Theatervergnügen mit bissigen Dialogen, fadenscheinigen Anspielungen und aristokratischem Humor.

Aufführungen: Mittwoch, 7. Februar, 20 Uhr; Freitag, 9. Februar, 20 Uhr – mit grosser Tombola; Samstag, 10. Februar, 20 Uhr – mit grosser Tombola. Eintrittspreise 18 Franken, ermässigt 10 Franken.

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