«Fit machen für die Zukunft»

Der Gemeinderat Othmarsingen hat das Projekt Moderne Melioration angepackt. Die Rede ist gar von einem Jahrhundertprojekt. Die Vorplanung liegt vom 6. Juni bis zum 5. Juli öffentlich auf.

Meliorationsgebiet: Die Mängel sind nicht auf den ersten Blick ablesbar. Foto: Alfred Gassmann
Meliorationsgebiet: Die Mängel sind nicht auf den ersten Blick ablesbar. Foto: Alfred Gassmann

Vizeammann Hans Rätzer fasst die Vorteile für das Dorf sowie für die Landwirte zusammen und bringt sie auf den Punkt: «Wir wollen uns fit machen für die Zukunft.» Er meint die optimierte Parzellenstruktur, das neue Wegnetz, die instandgestellten Entwässerungsanlagen, die Massnahmen für den Hochwasserschutz und all die ökologischen Details, um die Landschaft aufzuwerten. Im Perimeter ist das Kulturland ausserhalb der Bauzone weitestgehend enthalten. Dieses umfasst eine Fläche von 146 Hektaren. Bislang wurde in Othmarsingen noch nie eine sogenannte Güterregulierung durchgeführt. Im Dorf sind noch vier Vollerwerbsbetriebe ansässig. Landwirtschaftliche Aussiedlungen sind keine geplant.

Alle werden zu Gewinnern

Die Mängel sind der intensiv im Planungsprozess miteinbezogenen Landschaftskommission, der Gemeinde, der Flury Planer+Ingenieure AG sowie der Landwirtschaft Aargau bekannt. Einerseits entspricht das Flurwegnetz bezüglich Lage und Ausbaustandard nicht mehr den heutigen Anforderungen. Andererseits erinnert sich das Dorf nur zu gut an das Unwetterereignis vom 8. Juni 2016. Unter anderem Massnahmen an den Bächen und gezielt andere Feldwegführungen sollen Hochwasser inskünftig verhindern helfen. Im Weiteren ist das rund 100-jährige Drainagenetz in einem desolaten Zustand. Die zusammengelegten Parzellen bewirken für die Landwirte kürzere Fahrzeiten und ermöglichen eine effizientere Bewirtschaftung. Die aufgewertete Landschaft wird das Herz der Dorfbevölkerung und der Erholungssuchenden erfreuen. Gemeinderat Eric Wiesmann spricht von einem Jahrhundertprojekt, in dem alle Beteiligten zu den Gewinnern zählen.

Im November an die Gmeind

Vom 6. Juni bis zum 5. Juli findet die öffentliche Auflage statt. Im Mitwirkungsverfahren kann sich jedermann zur Vorplanung äussern. Zur Perimeterabgrenzung sind Einwendungen möglich. Alle Haushalte sind mit einem Merkblatt bedient worden. Darin sind die Orientierungsveranstaltung von heute Donnerstag, 8. Juni, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle und die beiden Auskunftsanlässe aufgeführt.

Geplant ist, die Einleitung der Modernen Melioration der Gemeindeversammlung im November vorzulegen und beschliessen zu lassen. Der Gemeinderat und die Flury Planer+Ingenieure AG sprechen von einem einmaligen Angebot von Bund und Kanton. Zu Recht: Denn die Gesamtkosten von 3,77 Mio. Franken würden Bund und Kanton mindestens mit je 34 Prozent mittragen. Die Grundeigentümer müssten durchschnittlich 1700 Franken pro Hektare übernehmen und der Gemeinde verbleibt ein Anteil von 900000 Franken. Abgeschlossen wird das Projekt ungefähr 2030.

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