Erweiterung des Steinbruchs?

Bis Anfang November lagen die Pläne zur Erweiterung des Steinbruchs Auenstein/Veltheim bei den beiden involvierten Gemeinden öffentlich auf. Wie viele Einwendungen direkt an den Kanton gerichtet wurden und welchen Inhalts sie sind, erfahren Auenstein und Veltheim im März.

Pläne lagen öffentlich auf: v.l. Reto Krättli, Gemeindeammann Auenstein, und Ulrich Salm, Gemeindeammann Veltheim, mit den Unterlagen zur Erweiterung des bestehenden Steinbruchs in Auenstein/Veltheim. (cfr)
Pläne lagen öffentlich auf: v.l. Reto Krättli, Gemeindeammann Auenstein, und Ulrich Salm, Gemeindeammann Veltheim, mit den Unterlagen zur Erweiterung des bestehenden Steinbruchs in Auenstein/Veltheim. (cfr)

Grosse Fragezeichen, was denn der Stein des Anstosses bei den Einwendern sein könnte, gibt es allerdings nicht wirklich. «Wir wissen, dass einige Bewohner der Au eine Sammeleinwendung platziert haben», sagt der Veltheimer Gemeindeammann Ulrich Salm. «Darin enthalten sind Punkte, die seit jeher ein Thema sind, etwa der Wunsch, dass der Steinbruch wegen der Erweiterung nicht noch näher an die Häuser stossen dürfe.» Was von wem jedoch im Detail vorgebracht wurde, wisse man natürlich nicht, ergänzt Reto Krättli, Gemeindeammann von Auenstein.

Um mehrheitsfähige Lösung bemüht

Aber grundsätzlich seien der Lärm, die Erschütterungen, der Staub und das «grosse Loch» Dauerbrenner – und dies nicht nur bei den betroffenen Bewohnern. Auch Umweltschutzverbände, Parteien und andere Gemeinden würden sich zur Erweiterung äussern. Im Gemeinderat zeigt man für die Punkte, die als störend empfunden werden, Verständnis. Auch dafür, dass durch eine Erweiterung Naherholungsraum verloren ginge. Und, bei einem Ausbau würden wohl zudem die Landpreise sinken. Nicht zur Freude der Besitzer. Der Rat kann jedoch die Beweggründe, die für eine Erweiterung sprechen, ebenfalls nachvollziehen. So ist man denn bemüht, eine gute, mehrheitsfähige Lösung zu finden.

Aus diesem Grund wird nun von Geologen geprüft, ob beim geplanten Ausbau das Grundwasser nicht tangiert würde und ob er sich von der Materialqualität her lohnen würde. «Wenn man bei den Probebohrungen nur auf Mergel stösst, macht eine Erweiterung in Richtung Wohngebiet auch wirtschaftlich keinen Sinn», sagt Salm. Zudem müssten die Immissionen ganz klar reduziert werden, wenn ein Gebiet zusätzlich freigegeben würde. «Konkret müssen die Werte um einen Drittel sinken. Und bei Nichteinhaltung wird ein lokaler Stopp verfügt», ergänzt Krättli.

Auslastung von gut 25 Jahren

Ein zusätzlicher Ausbau des Steinbruchs mit Tieferlegung eines Teils der heutigen Abbausohle und einem Ausbau der bestehenden Fläche um 17,5 Hektaren würde der Jura Cement eine weitere Auslastung von gut 25 Jahren bescheren. Dies sicher zur Freude der vielen Zulieferer und der gut 120 Mitarbeitenden, von denen die meisten aus der Region stammen. Im Gegenzug müsste sich die Jura Cement an klar definierte Auflagen halten. Eine davon wäre die Rekultivierung, vorerst des Bereichs Oberegg. Aushubmaterial vom Bözbergtunnel werde da zum Auffüllen des «grossen Lochs» genutzt werden. Und erst noch umweltfreundlich. «Geplant ist nämlich, das Erdmaterial mit der Bahn und nicht mit Lastwagen zum Steinbruch zu bringen», sagt Krättli.

Im März kommt der Richtplan voraussichtlich in den Grossen Rat. Dann werden die beiden Gemeinden vom Kanton Kenntnis von den Einwendungen erhalten, was sie in die Teilnutzungsplanung Abbaugebiete einbeziehen wollen.

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