Eine vernetzte Natur braucht vernetzte Köpfe
Die Projektgruppe Landschaft des Lebensraumes Lenzburg Seetal veröffentlichte im Frühjahr den Jahresbericht 2016 und steht vor Veränderungen. Die Vorsitzende Gabi Lauper, Niederlenz, blickt auf ihre Arbeit seit 2006 zurück.

Unermüdlich ist Gabi Lauper Richner, Niederlenz, seit 15 Jahren mit der Projektgruppe Landschaft sowie der Stiftung Kultur Landschaft Aare Seetal an der Arbeit. Anfänglich im Regionalplanungsverband, ab März 2013 im Lebensraum Lenzburg Seetal. Die Projektgruppe Landschaft hilft im Verbandsgebiet im Rahmen von kantonalen Programmen, dass die Landschaft nicht weiter verarmt und aufgewertet wird. Sei es mit dem Programm NATUR 2020, dem Landschaftsentwicklungsprogramm LEP oder dem Landschaftsqualitätsprojekt LQ. Gabi Lauper koordiniert die Zusammenarbeit mit allen Akteuren und sorgt für den gegenseitigen Informationsaustausch. Damit werden die Gemeinden in ihren Bemühungen optimal unterstützt und die Mittel gezielt eingesetzt. Der Jahresbericht 2016 zeigt auf 43 Seiten von der geleisteten Arbeit. «Denn die Landschaft als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber auch für die Menschen, kennt keine Gemeindegrenzen und eine attraktive Landschaft ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor», hält Gabi Lauper fest.
Gemeindeberatung vom Kanton neu geregelt
Seit 2006 war die Hauptverantwortung für eine koordinierte und nachhaltige Landschaftsentwicklung im Regionalplanungsverband, respektive im Lebensraum Lenzburg Seetal der Projektgruppe Landschaft übertragen. Diese Zuweisung war im Rahmenvertrag vom März 2006 mit dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Landschaft und Gewässer, geregelt. Aus diversen Gründen und wohl auch unter dem Spardruck hat der Kanton den Rahmenvertrag nicht mehr erneuert, die Zuständigkeiten neu geordnet und die Gemeindeberatung über den ganzen Kanton harmonisiert.
Gabi Lauper Richner bedauert diese Neuordnung und dass weniger Geld zur Verfügung steht. Sie weist darauf hin, dass dank der angebotenen niederschwelligen Beratung in den letzten zehn Jahren zahlreiche Aufwertungsprojekte zugunsten der ökologischen Vernetzung und der Aufwertung des Landschaftsbildes effizient und kostengünstig realisiert wurden. Das beauftragte Fachberaterteam bestand aus Victor Condrau, Esther Krummenacher und Rosmarie Wehrli resp. Markus Staub. Diese ausgewiesenen Fachkräfte dürfen nun im Lebensraum Lenzburg nicht mehr an vorderster Front wirken. Eine vernetzte Natur braucht aber in der Region vernetzte Köpfe. Wissenstransfer und Koordination sind eine Hauptaufgabe des Gemeindeverbandes Lebensraum Lenzburg Seetal. Die Projektgruppe Landschaft will deshalb weiterhin, unabhängig vom Kanton, die regionale Koordination im Bereich Landschaft wahrnehmen und die Umsetzung wichtiger Projekte ermöglichen.
Über 100 Massnahmen in 15 Jahren
In ihrem letzten Jahresbericht in der bisherigen Form werden die 2016 realisierten LQ-Massnahmen aufgeführt und auf www.lebensraum-ls.ch in der Beispielsammlung LEP-Umsetzung dokumentiert.
Im Guggibad Bettwil wurde ein sogenannter Galeriewaldrand gestaltet, im Wannenmoos Hallwil eine Hecke gepflanzt und ein Hochstamm-Obstbaumgarten aufgewertet sowie auf dem Eichberg Seengen eine Obstbaumreihe angelegt. Gabi Lauper Richner führt in einer Übersicht die Schwerpunkte und Erfolge während der letzten zehn Jahre auf. Über 100 Massnahmen in 15 Jahren sind aufgelistet.
Die dahintersteckende Beharrlichkeit und die Geduld können nur erahnt werden. Diese Qualitäten sind ihr allerdings nicht abhandengekommen. «Wir werden uns weiterhin für unsere Landschaft einsetzen, denn diese ist ein wichtiges Gut unserer Region», betont Gabi Lauper Richner.



