Ein schnelles Notfallteam

Region First Responder sind bei Rettungseinsätzen innert kurzer Zeit als Erste vor Ort. Die Gemeinden Niederlenz, Möriken-Wildegg und Holderbank erhalten Anfang 2019 ein solches Erste-Hilfe-Team.

<em>Auch sie stehen ab 1. Januar 2019 als «First Responder» auf Abruf bereit:</em> Initianten der Gruppe Guido Reijnen von der Feuerwehr Chestenberg und Elvira Schärer vom Samariterverein Lenzburg und Umgebung. Foto: Melanie Solloso
<em>Auch sie stehen ab 1. Januar 2019 als «First Responder» auf Abruf bereit:</em> Initianten der Gruppe Guido Reijnen von der Feuerwehr Chestenberg und Elvira Schärer vom Samariterverein Lenzburg und Umgebung. Foto: Melanie Solloso

Die ersten 10 Minuten entscheiden bei einem Kreislaufstillstand über Leben und Tod. Bleiben während dieser Zeit reanimierende Massnahmen aus, sind die Überlebenschancen von Patienten fast null. «Bei einem Stillstand zählt jede Minute», weiss auch Guido Reijnen, Mitinitiant der Arbeitsgruppe First Responder Chestenberg und seit sieben Jahren Kommandant der gleichnamigen Feuerwehr. Darum sei es wichtig, dass die erste Hilfe möglichst rasch vor Ort ist.

Im Normalfall schaffen es jedoch auch die gut positionierten Ambulanzen nicht, in so kurzer Zeit am Einsatzort zu sein. Eine Auswertung für das Jahr 2016 für die Gemeinden Niederlenz, Möriken-Wildegg und Holderbank hat ergeben, dass bei insgesamt 70 Rettungseinsätzen ein First-Responder-Einsatz eine erfolgreiche Reanimation hätte unterstützen können.

Aus diesem Grund haben Guido Reijnen und Elvira Schärer vom Samariterverein Lenzburg und Umgebung die Arbeitsgruppe «First Responder der Feuerwehr Chestenberg» ins Leben gerufen. Ziel war es, für die drei Gemeinden ein Erste-Hilfe-Team zu formieren, das innert kürzester Zeit an einem Notfallort eintreffen kann. Aus Gemeinden, die bereits auf solche First-Responder-Gruppen zurückgreifen können, wie beispielsweise Auenstein oder Rupperswil, sind die Rückmeldungen ausschliesslich positiv.

Spenden für die Ausrüstung

Das zwölfköpfige Einsatzteam für Niederlenz, Möriken-Wildegg und Holderbank, bestehend aus aktiven Feuerwehr-Sanitätsleuten, Samaritern oder Personen aus dem Gesundheitswesen, allesamt mit Wohn- oder Arbeitsort in einer der angeschlossenen Gemeinden, ist mittlerweile für den Start am 1. Januar 2019 komplett. Was noch fehlt, ist die Ausrüstung für die Gruppe im Wert von rund 35000 Franken. Beschafft werden müssen laut Schärer die Utensilien für den Erste-Hilfe-Rucksack, welcher die First Responder stets im Auto mit sich führen werden. Dieser beinhaltet einen Defibrillator, Sauerstoff, eine Beatmungsmaske, ein Blutdruckmessgerät und eine kleine Apotheke. Kürzlich flatterten deshalb Spendenbroschüren in alle Haushaltungen.

Mit den Spenden hoffen die First Responder, die der Feuerwehr Chestenberg unterstellt sind, den Grossteil der Anschaffungskosten zu bewältigen. Da das Einsatzteam den Dienst ehrenamtlich erledigt, müsse in Sachen Finanzierung in Zukunft lediglich der Ersatz von Material gedeckt werden können, so Reijnen. Auch dies soll mittels Spenden finanziert werden. Kommt nicht genug zusammen, springen die drei Gemeinden ein mit einer Defizitgarantie. So ist gewährleistet, dass die «First Responder Chestenberg» ab 1. Januar 2019, mit dem Bonus Zeit, ihren Teil dazu beitragen können, dass Personen erfolgreich reanimiert werden.

Kontaktieren kann man die neuen First Responder unter firstresponder@feuerwehr-chestenberg.ch

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