Ein Jubiläumskonzert mit «Pfupf»

Veltheim Seit 50 Jahren gibt es den gemischten Chor Veltheim. Derzeitiger Leuchtturm des Chors ist Dirigentin Maija Gschwind-Breiksa, sie bringt nicht nur die Mitglieder zum Strahlen, sondern sorgt auch für glänzende gesangliche Leistungen. Davon kann man sich am Jubiläumskonzert vom 10. November ein Bild machen.

<em>Bei den Vorbereitungen: </em>Der gemischte Chor Veltheim übt fürs Jubiläumskonzert. Der Verein wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Fotos: Melanie Solloso

<em>Bei den Vorbereitungen: </em>Der gemischte Chor Veltheim übt fürs Jubiläumskonzert. Der Verein wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Fotos: Melanie Solloso

<em>Vermag zu begeistern:</em> Chorleiterin Maija Gschwind-Breiksa.

<em>Vermag zu begeistern:</em> Chorleiterin Maija Gschwind-Breiksa.

Vor sechs Jahren übernahm Maija Gschwind-Breiksa die Leitung des gemischten Chors Veltheim. «Ein Glücksfall für uns», schwärmt Präsidentin Maria Streit. Damals war die angehende Chorleiterin und Dirigentin noch in Ausbildung. Und obwohl sie diese mittlerweile abgeschlossen hat, blieb die gebürtige Lettin dem Vältner Chor treu. «Das sind so liebe Leute», ist ihre Antwort darauf, warum sie einmal wöchentlich von Basel ins Schenkenbergertal pendelt.

Mit den knapp 20 Chormitgliedern, bestehend aus 6 Männern und 12 Frauen, hat Dirigentin Gschwind-Breiksa das Jubiläumskonzert erarbeitet. Erwarten darf man eine Fülle an Schweizer Volksliedern aus diversen Regionen, vorgetragen mit viel Schwung. Gesanglich unterstützt wird der Chor vom sechsköpfigen A-Cappella-Ensemble «Fricktaler Herzbuebe».

Während Maija Gschwind-Breiksa wegen der Leute nach Veltheim kommt, «kommen viele Chormitglieder wegen ihr zur Probe», ist Maria Streit überzeugt: «Die Energie, die sie übermittelt, ist unglaublich. Die Chorprobe ist eine wahre Freude.»

Maria Streit singt seit 35 Jahren im gemischten Chor Veltheim und hat die Blütezeiten des Chors miterlebt. «Die letzten Jahre erlebte der Chor zwar in der gesanglichen Entwicklung einen Aufschwung, in Sachen Mitgliederzahlen ist er jedoch auf dem Tiefststand.» Von einst 35 Mitgliedern sind noch knapp 20 übrig geblieben. Wie viele Chöre bemüht sich auch der Chor Veltheim seit langem um Nachwuchs. Bis jetzt laut Maria Streit erfolglos.

Noch genug «Schnuuf»

Die Überalterung der Chorlandschaft ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren landauf, landab beobachtet wird und die bereits ihren Tribut gefordert hat. Die Nachbar-Chöre Schinznach, Rupperswil, Auenstein oder Biberstein zum Beispiel sind bereits Geschichte. Auch in Veltheim sind sich die Mitglieder bewusst: Bleibt der Nachwuchs weiterhin weg, bedeutet dies früher oder später das Aus. Maria Streit will deshalb lieber nicht sagen, wo sie den Chor in zehn Jahren sieht. Statt in die Zukunft zu schweifen, möchten die Chormitglieder lieber das tun, wofür ihr Herz schlägt, nämlich singen. Für das kommen sie schliesslich Woche für Woche zusammen.

Auch Ruedi Wüthrich, das letzte noch aktive Gründungsmitglied im Verein, hat noch genug «Schnuuf» zum Singen. Der 77-Jährige singt seit 50 Jahren im Verein und hat das auch weiterhin vor. «Einfach, weil das Singen so guttut», begründet er sein langjähriges Engagement. Verändert habe sich seit den Anfängen im einstigen Frauen- und Töchterchor einiges. «Nicht nur bei den Mitgliedern, auch die Lieder sind anders geworden.» Englisch zum Beispiel. Der Senior hat zwar lieber Liedmaterial in Deutsch, er könne aber auch die Englischen auswendig. Am Jubiläumskonzert darf man sich aber vornehmlich auf Schweizerdeutsch einstellen. Erwarten darf man ausserdem Gesangsvorträge mit viel «Pfupf» mit einer mitreissenden Dirigentin als Zugpferd. Und wer weiss, wenn der Funke aufs Publikum überschlägt, gibt es vielleicht wieder einen Tanz am Jahreskonzert, so wie einst zu den Blütezeiten.

Samstag, 10. November, 19.30 Uhr, Kirche Veltheim. Nach dem Konzert wird ein Apéro offeriert. Eintritt frei, Kollekte zur Deckung der Unkosten.

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