Ein Blick hinter die Schlossmauern

Die Schweizer Schlösser und Burgen laden am Sonntag, 1. Oktober, zum zweiten Schlös- sertag ein – auch in der Region.

Tanz wie anno dazumal: Auf Schloss Lenzburg darf das Publikum mittanzen. Foto: zvg
Tanz wie anno dazumal: Auf Schloss Lenzburg darf das Publikum mittanzen. Foto: zvg

«Die Schweizer Schlösser» – das sind 18 Schlösser und Burgen – lassen sich hinter ihre dicken Mauern schauen und bieten tiefe Einblicke in ihre einzigartige(n) Geschichte(n). Der Aargau ist mit seinen vier Schlössern Lenzburg, Hallwyl, Wildegg und Habsburg dabei.

Dem Publikum steht am zweiten gemeinsamen Schlössertag vom Sonntag, 1. Oktober, eine breite Palette an Schlosserlebnissen in drei Sprachregionen von klassischen Führungen bis hin zu abenteuerlichen Entdeckungsreisen offen. Dabei lernen Besucherinnen und Besucher nicht nur historische Persönlichkeiten, alte Bräuche und politische Geschehnisse kennen, sondern entdecken auch die vergnüglichen Seiten des Schlosslebens von anno dazumal. Besucher können hautnah am Leben der Adeligen vom Mittelalter bis in die Neuzeit teilnehmen. Auch die Schlösser Lenzburg, Hallwyl, Wildegg und Habsburg bieten Aktivitäten rund um ehemalige Schlossbewohnerinnen und -bewohner.

Kaisertreu und leichtfüssig auf Schloss Lenzburg

Der letzte Graf von Lenzburg, Ulrich IV., hatte gute Beziehungen zu Kaisern und Königen des Heiligen Römischen Reiches, zum Beispiel zu Kaiser Friedrich Barbarossa. Zwischen 1130 und 1173 zeigte er sich als besonders treuer Lehensmann des Kaisers Friedrich Barbarossa. Besucher lernen in der Sonderausstellung «Ulrich IV. und das Heilige Römische Reich» sein bewegtes Leben kennen und erfahren in den Führungen, wie im Mittelalter Feste gefeiert wurden. Das Publikum ist eingeladen, selber bei Tanz und Akrobatik mitzumachen.

Ausbildung für Aufsteiger auf Schloss Hallwyl

Wie es sich für Zöglinge aus adeligem Hause gehörte, durchliefen Dietrich von Hallwyl und Ludwig von Diesbach ab 1468 gemeinsam die Pagen-Ausbildung am königlichen Hof bei Louis XI. Die Sonderausstellung «Zwei Hallwyler am französischen Hof» zeigt die Erlebnisse der beiden. Besucher erfahren in Führungen und Aktivitäten wie aufregend die Zeit als Begleiter des Königs war und was es mit den höfischen Tischsitten und Schwertkämpfen auf sich hatte.

Von Bernhard und Barbara auf Schloss Wildegg

Eine gute Partie: Durch die Heirat mit Barbara von Salis-Soglio 1689 erhielt Bernhard Effinger von Wildegg nicht nur eine Braut aus bekanntem Schweizer Adelsgeschlecht – die hohe Mitgift ermöglichte es ihm auch, seinen Stammsitz zum barocken Schloss auszubauen. Barbara selbst führt durchs Schloss und berichtet, wie es die beiden zu Erfolg brachten. Dazu gehörten schulische Bildung, Fremdsprachen, Militärdienst und diplomatischer Einsatz. Die Sonderausstellung «Ein Effinger im Kampf für Leopold I.» beleuchtet einen Teil von Bernhards militärischer Karriere.

Besucher können in Aktivprogrammen an der eigenen Weiterbildung arbeiten; zum Beispiel beim Schreiben mit der Feder oder beim Anlegen des Kettenhemds. Ausserdem präsentiert der Falkner seine Tiere und erklärt, wie die Falknerei über Jahrhunderte Bestandteil der höfischen Ausbildung war. (pd)

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