«Die Vielfalt macht das Amtextrem spannend»

Staufen Seit Anfang Jahr steht Patrick Braun an der Spitze der Gemeinde Staufen. Eineinhalb Monate nach Amtsantritt zieht der neue Gemeindeammann eine erste Zwischenbilanz. Vieles ist neu, vieles läuft bereits – und einiges braucht noch Zeit. Braun setzt auf Gespräche, klare Rollen im Gemeinderat und sorgfältige Entscheide. Im Zentrum steht für ihn die Frage, wie Staufen weiter wachsen kann, ohne den dörflichen Zusammenhalt zu verlieren.

Steht seit Anfang Jahr an der Spitze der Gemeinde: Ammann Patrick Braun.Foto: Romi Schmid
Steht seit Anfang Jahr an der Spitze der Gemeinde: Ammann Patrick Braun.Foto: Romi Schmid

Rund eineinhalb Monate nach Amtsantritt ist für Patrick Braun klar: Ein Gemeindeammann wird man nicht über Nacht. «Nach so kurzer Zeit wäre es vermessen zu sagen, dass ich voll im Amt angekommen bin», erklärt er. Die Vielfalt der Aufgaben sei extrem spannend, gleichzeitig aber auch herausfordernd. Besonders ein Moment markiere für ihn den eigentlichen Start: «So richtig im Amt bin ich sicher erst, wenn ich die erste Gemeindeversammlung hinter mir habe.»

Der Einstieg sei motivierend gewesen. Gespräche im Gemeinderat und mit der Verwaltung bezeichnet er als konstruktiv. Was bislang noch gefehlt habe, sei der direkte Austausch mit der Bevölkerung. Genau hier setzt er an: Zwei Halbtage pro Woche arbeitet Braun bewusst im Büro der Gemeindeverwaltung. «Ich bin nicht der Kontrolleur der Verwaltung, sondern der Sparringspartner bei Problemen oder einfach, um Geschäfte sofort und unkompliziert miteinander zu besprechen», sagt er.

Auch inhaltlich verfolgt er eine klare Haltung: «Für mich persönlich habe ich mir das Ziel gesetzt, gut zuzuhören.» Es gehe darum, den Puls im Dorf zu spüren – bei den Mitarbeitenden genauso wie bei der Bevölkerung. Die Erfahrungen aus seiner Zeit als Gemeinderat helfen ihm dabei, doch die neue Rolle verlange mehr Fingerspitzengefühl. «Die Soft Skills und sozialen Kompetenzen sind hier mehr gefragt», sagt Braun.

Wachstum gestalten

Staufen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Neue Quartiere sind entstanden, viele neue Menschen zugezogen. Für Braun liegt darin zugleich Chance und Herausforderung: «Die Einbindung der neuen Quartiere und Bewohner ins Dorfleben – aber immer unter der Prämisse, dass die Altstaufner sich nicht vergessen fühlen – ist eine wichtige Aufgabe.» Im Gemeinderat setzt er indes auf Teamarbeit. Mit den neuen Mitgliedern Linda Cali und Michele Carrer komme frischer Wind ins Gremium, auch wenn die Eingewöhnungsphase noch nicht abgeschlossen sei. «Wir wollen ein Team sein, das harmoniert, sich aber vor Diskussionen nicht scheut», sagt Braun über die Zusammenarbeit im Rat.

Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bezeichnet er als sehr gut. Offene Geschäfte konnten abgeschlossen, neue gestartet werden. Grundlage dafür ist eine klare Rollenverteilung: Die Verwaltung kümmert sich um das Operative, der Gemeinderat um die strategischen Fragen. Dieser Wechsel brauche Zeit und einen Kulturwandel, sagt Braun.

Konkret stehen mehrere grosse Projekte an. Das neue Schulhaus soll im Herbst bezugsbereit sein, dazu kommen Strassensanierungen und neue Werkleitungen. Auch das Sattler-Kari-Haus bleibt ein Thema, bei dem sorgfältiges Vorgehen gefragt ist.

Tempo fordert Braun dabei nicht um jeden Preis. Seine Haltung beschreibt er mit einem Bild: «Es ist wie beim Kaffee – der wird schlechter, wenn man ihn nicht geniesst und hinunterstürzt.» Lieber dauerten Entscheidungen länger, seien dafür ausgewogen. Für ihn persönlich ist das Amt vor allem eines: «Verantwortung gegenüber der Bevölkerung – und die Möglichkeit, aktiv an der Zukunft der Gemeinde mitzuarbeiten.» Staufen weiterentwickeln, ohne den Charakter des Dorfs zu verlieren: Genau darin sieht der neue Gemeindeammann seine Aufgabe.

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