Ganz viel Weibertratsch im verhexten Dorf

Brunegg Im Dorf geht alles drunter und drüber. Die Dorftratsche Lisi benimmt sich mehr als nur komisch. Auch Fritz, der Metzger, ist wie verhext. Ist es ein Virus, der die Bevölkerung befallen hat? Oder ist doch «d Chrüterhäx vom Unterwald» dafür verantwortlich? Denn das sonst so ruhige Dorf hat durch eine Kräuterhexe Zuwachs bekommen.

Totales Streitobjekt: Der rosa Hut.Foto: Peter Winkelmann

Totales Streitobjekt: Der rosa Hut.Foto: Peter Winkelmann

Die Darstellerinnen und Darsteller sorgten für totale Begeisterung.Foto: Peter Winkelmann

Die Darstellerinnen und Darsteller sorgten für totale Begeisterung.Foto: Peter Winkelmann

Aber mutige Leute haben ja keine Angst vor Hexen», begrüsste Regisseur Roland Christen die Besuchenden, die schon am ersten Aufführungstag vom Mittwoch, 4. Februar, die Mehrzweckhalle füllten. Auch die Vorführungen vom Freitag und Samstag waren total ausverkauft.

Die Theatergruppe Brunegg sorgte mit dem Dreiakter «D Chrüterhäx vom Unterwald» von Autorin Maya Gmür von Anfang bis zum Schluss für viel Humor, viele Lacher und spontanen Applaus unter den Besuchenden. «Alle drei Aufführungen liefen super ab und wir konnten uns voll entfalten. Die gelungenen Aufführungen sind der Lohn für die vielen und manchmal auch harten 25 Proben. Das Publikum war begeistert. Die Kontakte nach den Vorführungen waren sehr schön und wir erhielten durchwegs sehr gute Kritik», fasste Roli Christen das Theaterwochenende zusammen.

Gegenseitiges Zusammenarbeiten

Die Theatergruppe Brunegg ist ein Verein, der wie jeder andere Verein zur Attraktivität und zur Zusammengehörigkeit in der Gemeinde beiträgt. Laut Christen waren die Besuchenden mit dem Essen und dem Serviceteam sehr zufrieden: «Wir engagierten nun zum zweiten Mal einen Hobbykochverein, das Serviceteam setzte sich aber fast immer aus denselben Personen zusammen. Insgesamt waren in den drei Tagen rund 70 Helferinnen und Helfer dabei. Zu Hilfe kamen uns auch Mitglieder vom Theaterverein Mägenwil, im Gegenzug helfen wir bei ihren Produktionen.»

Gipfeli, Kafi und Schoggichrömli

Vor der Bäckerei sitzen Nelli, die Besitzerin, sowie Anna, die Metzgersfrau von der Metzgerei direkt gegenüber. Beide sind stolz auf Rosmarie, die erst seit Kurzem in der Bäckerei arbeitet. «Was würden wir ohne sie machen», meint Anni, «wir sind so froh um sie.» Aber die liebe Rosmarie wird am Schluss noch für totale Verwirrung sorgen.

Wenn Lisi, die Dorftratsche, auftauchte, wurde es immer laut, hektisch und ziemlich frech. Sie stöberte gleich in einem Körbchen und nahm ein Schoggichrömli: «Das ist schon klein, aber sehr fein, darum nehme ich gleich ein zweites». Doch diese Schoggichrömli werden noch für grosse Augen unter den Theaterspielenden sorgen. Rosmarie machte sie selber in der Backstube und sie war auch für die Anspannung beim Dorfpolizisten Paul zuständig. Ein Beutelchen Backpulver, das sie Frau Degen, der vornehmen Dame aus der Stadt, überreichte, verwechselte dieser mit Drogen und wollte beide verhaften. Auch wegen Musikus Thomas, dem Sonderling mit dem kleinen Tick und seinem Geigenkasten, gab es immer wieder Kopfschütteln, denn die Gespräche zwischen Paul und ihm sorgten für viel Zweideutigkeiten. Martina, die Handwerkerin, holte ihren Zmittag, um dann wieder in den Unterwald zu verschwinden. Dort machte sie noch kleine Arbeiten am Hexenhaus, wo seit Kurzem eine Frau Roos wohnt. Ist diese Frau «d Chrüterhäx vom Unterwald»? Anni, die Bäckersfrau, klärte am Schluss dann auf, wer Rosmarie – nein, Marie – eigentlich ist. Eben die Frau Roos mit den feinen Schoggichrömli und dem Backpulver. Martina nahms gelassen und kam zum Schluss: «Es chan schliesslich ned jedi Gemeind vo sich behaupte, dass sie en eigeti – Chrüterhäx het», ergänzten alle und dann fiel der Vorhang endgültig.

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