Die Oberstufe soll im «Tal» bleiben
Ein möglicher Wegfall der Schüler aus Schinznach-Bad gefährdet den Weiterbestand der Bezirksschule in Schinznach-Dorf. Der Kreisschulverband Oberstufe Schenkenbergertal wehrt sich dagegen.

Am 1. Dezember befindet die Gemeindeversammlung Schinznach-Bad über einen Zusammenschluss mit der Einwohnergemeinde Brugg. Eine Fusion hätte auch weitreichende Folgen für den Kreisschulverband Oberstufe Schenkenbergertal (KSOS). Die Bezirksschüler aus Schinznach-Bad, die bis anhin nach Schinznach-Dorf zur Schule gingen, würden künftig nach Brugg in die Bez gehen. Dieser Schüler-Wegfall gefährdet den Weiterbestand der Bezirksschulstufe in Schinznach-Dorf. Davon wären auch Bezirksschüler aus Auenstein, Veltheim und den anderen Gemeinden des Schenkenbergertals betroffen.
Über die Zukunft der Oberstufe im Schenkenbergertal informierten am Montag an einer Pressekonferenz Ulrich Salm, der Präsident der Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal und Gemeindeammann von Veltheim, und die Schulleiterin der Kreisschule, Christa Jäggi. «Ein Zusammenschluss der Gemeinden bedeute nicht zwingend, dass Oberstufenschüler aus Schinznach-Bad in Brugg zur Schule gehen müssten», findet Ulrich Salm. Genau das ist aber in den Fusionsplänen so vorgesehen. Salm äussert sich enttäuscht über einen fehlenden Miteinbezug in die Fusionsplanung. «Wir wurden komplett übergangen.»
Ein Blick in die Entwicklung der Schülerzahlen des KSOS zeigt, mit einem Wegfall der Oberstufenschüler aus Schinznach-Bad hätte vor allem die ohnehin schon knapp aufgestellte Bezirksschulstufe in Schinznach-Dorf zu kämpfen, die SeReal in Veltheim sollte auch ohne Zulauf aus Schinznach-Bad bestehen können.
Das kantonale Schulgesetz schreibt vor, dass eine Bezirksschule die Klassen mit mindestens zwei Abteilungen à je 18 Schüler führen muss. Spätestens ab Schuljahr 2021/22 muss diese Vorgabe erfüllt sein, ab dann nämlich fallen die Sondervereinbarungen weg. Mit einem vorsichtig eingeschätzten Schülerzuwachs von 1 Prozent wird es ohne Schüler aus Schinznach-Bad für die Bezirksschule Schinznach-Dorf voraussichtlich ab dem Schuljahr 2024/25 eng werden.
Alternative Wildegg oder Brugg
Bei einem Wegfall der Bezirksschule Schinznach-Dorf müssten Oberstufenschüler aus KSOS-Gemeinden wie Auenstein oder Veltheim laut Salm künftig nach Wildegg oder Brugg zur Schule. Damit es nicht so weit kommt, setzt sich nun der Kreisschulvorstand mit dem Gang an die Öffentlichkeit dafür ein, dass «die Schinznach-Bader Oberstufenschüler auch weiterhin im ‹Tal› zur Schule gehen können». Salm führt aus: «Wir hoffen, dass die Schinznach-Bader sehen, dass der Vertrag mit Brugg in Bezug auf die Bildung für sie schlecht ausgehandelt worden ist.» Gegen einen Zusammenschluss gäbe es nichts einzuwenden, wohl aber, wenn dieser die Zukunft der Gemeinschaftswerke wie der Kreisschule gefährde.



