«Die letzten Abbauvorräte zusammenkratzen»

Möriken-Wildegg Die Jura-Cement-Fabriken (JCF) beabsichtigen, den Steinbruch Jakobsberg-Oberegg in Auenstein und Veltheim letztmals zu erweitern. Im Mitwirkungsverfahren sammelten «Pro Auenstein» und «Pro Au» Unterschriften für ihre Anliegen.

<em>Die schraffierten Linien kennzeichnen die geplante Erweiterung:</em> Karte des Steinbruchs Jakobsberg-Oberegg. Foto: zvg
<em>Die schraffierten Linien kennzeichnen die geplante Erweiterung:</em> Karte des Steinbruchs Jakobsberg-Oberegg. Foto: zvg

Vergangene Woche flatterte Post in die Briefkästen der Auensteiner Haushaltungen. Genauer gesagt ein Flugblatt mit acht Forderungen der losen Gruppe «Pro Auenstein». Gebeten wird, das Blatt zu unterschreiben. Das Flugblatt ging aus dem öffentlichen Diskussionsabend hervor und trägt die Handschrift von Sämi Richner. Die umfangreichen Unterlagen zur Erweiterung des JCF-Steinbruchs waren vom 6. August bis 4. September 2018 auf den Gemeindekanzleien Auenstein und Veltheim öffentlich einsehbar. Unter dem Titel Änderung Teilnutzungsplanung «Abbaugebiete» soll an den drei Stellen West, Mitte und Ost mit Flächen von total 8,9 Hektaren die rechtskräftige Materialabbauzone erweitert werden. Zudem ist eine Abtiefung im bestehenden Steinbruchgebiet geplant. Material abgebaut wird seit 1892. Nun neigen sich die Abbaureserven dem Ende zu. «Die JCF will noch die letzten Abbauvorräte zusammenkratzen», umschreibt Sämi Richner das Begehren der JCF.

Acht Forderungen

Die Mitwirkung gilt bewusst als ein Verfahren, das im Planungsstadium jedermann die Gelegenheit gibt, sich zu den Entwürfen offen zu äussern. Genau diese Chance nutzte die Gruppe «Pro Auenstein». Sie bringt jedoch auch Forderungen ein, die teilweise nicht direkt mit den vier geplanten Erweiterungen zu tun haben.

Gefordert wird im ersten Punkt die sofortige und nachweisliche Einhaltung der Luftreinhalteverordnung des Zementwerks in Wildegg, insbesondere bei allen krebserregenden Stoffen wie Benzol und Dioxin. Ins Gewicht fällt die Forderung, wonach das Rohmaterial, das für die Zementherstellung erforderlich ist und mit Lastwagen angeliefert wird, auf 10 Prozent des Gesamtrohmaterialbedarfs limitiert werden muss. Im Weiteren wird gefordert, dass die privatrechtlichen Verträge zwischen der Gemeinde und der JCF von der Gemeindeversammlung beschlossen werden müssen und dass eine vom Volk gewählte und in der Gemeindeordnung verankerte eigenständige Steinbruchkommission eingesetzt wird.

«Pro Au» lehnt Erweiterung ab

In Veltheim krempelte der Verein «Pro Au» unter dem Präsidium von Christine Ungricht die Ärmel ebenfalls hoch. Der zweijährige Verein begnügte sich in seiner Stellungnahme nicht mit Forderungen. Er lehnt die vier Erweiterungsbegehren grundsätzlich ab.

Eine der Erweiterungen ist in einem Abstand von nur 200 Meter zur Wohnzone geplant und die Tieferlegung ist auf eine Höhenkote von 30 Meter unter dem Aarespiegel vorgesehen. «Diese Massnahmen erfolgen vor allem zu Lasten des Dorfteils Au und die Bewohner müssten für weitere Jahrzehnte bis 2051 mit mehr Erschütterungen, mehr Werksverkehr, mehr Betriebslärm und mehr Staub leben», so der Verein. Die Unterschriften für ihr Flugblatt wurden von Vereinsmitgliedern vor allem an den Haustüren im Ortsteil Au gesammelt.

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