«Die Gisliflue soll bleiben, wie sie ist»
Die Gisliflue liegt ziemlich genau in der Mitte das Kantons Aargau. Und wegen ihrer markanten Position am Rande des Kettenjuras hat sie eine spezielle landschaftliche Bedeutung.
Als Wanderziel wird die Gisliflue weitherum geschätzt. Die aussergewöhnliche Aussicht trägt das Ihre dazu bei. Als naturnahes Erholungsgebiet gehört der Raum Gisliflue zum «Jurapark Aargau». Und wie beliebt eine Wanderung auf die Gisliflue ist, konnte man am letzten Sonntag erleben – der Triangulationspunkt war «besetzt».
Die «IG Gisliflue» Auenstein lud zum sechsten Mal seit Bestehen der Interessengemeinschaft zu einer Wanderung auf den Auensteiner Hausberg ein. Die Wanderung führte aber nicht auf dem kürzesten Weg hinauf zum höchsten Punkt auf 772 Meter über Meer, sondern führte zuerst zu den Steinbrüchen Jakobsberg-Egg.
Wanderleiter Hans Hochstrasser informierte die Gruppe über die neuesten Entwicklungen bezüglich Steinbrucherweiterungen. Mit weiten Handbewegungen über die Winkelmatt beschrieb Hochstrasser die aktuellen Erweiterungsgebiete. «Hier stehen wir in einem der flachsten Gebiete von Auenstein», beschrieb er das Landwirtschaftsgebiet. Die von den Jura-Cement-Fabriken (JCF) vorgeschlagenen Erweiterungen des Steinbruchs umfassen einerseits die Tieferlegung eines Teils der heutigen Abbausohle, anderseits aber auch eine Ausdehnung der Fläche um weitere 17,5 Hektaren. Davon betrifft ein grosser Teil genau diese wunderschöne Gegend.
Konsequentes Handeln ist nötig
In dem Mitteilungsblatt «Wegweiser Gisliflue 772.2», Ausgabe April 2017, wird die Bevölkerung über die weiteren Vorgehen informiert. «Die Grundeigentümer und die Stimmberechtigten haben es in der Hand, den Raubbau an unserer unmittelbaren Umgebung auf ein erträgliches Mass zu begrenzen», steht geschrieben. Und die Stimmberechtigten müssten kräftig Gegensteuer geben. Die intakte, schöne Natur und die Lebensqualität unserer Dörfer dürfen nicht kurzfristigen kommerziellen Interessen geopfert werden, steht weiter im «Wegweiser». Auch für die Wandergruppe ist klar, dass diese wunderschöne Gegend nicht weiter verwüstet werden darf.
Immer weiter bergauf geht es vorerst auf breiten Wegen Richtung Veltnerberg, bevor der Weg dann richtig steil und felsig über den Gratweg hinauf- führt. Der Gratweg ist mit grünen Tafeln markiert. Mitglieder der IG Gisliflue haben diesen Felspfad mit Stufen trittsicher ausgebaut.
Immer wieder machte Hans Hochstrasser seine schon gewohnten Handbewegungen. «Eigentlich ist die ganze Gisliflue gefährdet», erklärte er. Obwohl die Gisliflue im Jahre 2014 aus dem Richtplan gestrichen worden ist, hat die JCF durch Entscheid des Grossen Rates vom 21. März 2017 Unterstützung erhalten: Dieser genehmigte die Erweiterung der bestehenden Steinbrüche Jakobsberg-Egg durch eine Aufnahme in den kantonalen Richtplan.
Damit ist für die IG klar, dass die JCF nicht auf die Gisliflue verzichten wird, sondern versucht, Zeit zu gewinnen. Über kurz oder lang dürfte also die Gisliflue wieder zum Thema werden. Für die Wandergruppe ist aber jetzt schon klar: So weit darf es nie kommen, dazu ist es auf der Gisliflue viel zu schön.







