Der Schlüssel zu Lernlandschaften

Seit dieser Woche füllt sich in Niederlenz das neue, grüne Oberstufenschulhaus mit Leben. An der offiziellen Schlüsselübergabe waren die hier praktizierten neuen Unterrichtsformen ein Thema.

Symbolischer Schlüssel für das neue, grüne Schulhaus: Schulpflegepräsident Andreas Kilchenmann und Gemeindeammann Jürg Link bei der Einweihungsfeier. Foto: Chris Iseli
Symbolischer Schlüssel für das neue, grüne Schulhaus: Schulpflegepräsident Andreas Kilchenmann und Gemeindeammann Jürg Link bei der Einweihungsfeier. Foto: Chris Iseli

Die Vorgeschichte war lang, die Bauphase dann recht kurz. Mehrere Anläufe brauchte es, bis die Niederlenzer Stimmbürger im November 2015 5,4 Millionen Franken für das neue Oberstufenschulhaus bewilligten. Nach dem Spatenstich im Juli 2016 dauerte es gemäss dem für die Gemeindebauten zuständigen Gemeinderat Thomas Hofstetter nur gerade 16 Monate bis zur Inbetriebnahme.

Der quaderförmige, vom Lenzburger Büro Zimmerli und Partner Architekten AG geplante Baukörper erhielt als Ergänzung zu den benachbarten roten und gelben Schulhäusern eine grüne Fassade und die entsprechende Bezeichnung. «Es ist ein schlichter, aber prägender Bau», so Hofstetter.

Chance nach Schwierigkeiten

Für Gemeindeammann Jürg Link ist das grüne Schulhaus «ein weiteres Mosaiksteinchen im Niederlenzer Masterplan Schulraum». Man habe hier viel Geld reingesteckt, doch «diese Investition ist gut für unsere Zukunft und unsere Kinder». Link verhehlte nicht, dass es während der Planungsphase «schwierige Situationen» gab: «Doch dies war auch eine Chance.» Er zeigte sich überzeugt, dass die Lehrerschaft die Chance nützen und das Gebäude mit Leben füllen wird.

Mit dem gebackenen Zopf übernahm Schulpflegepräsident Andreas Kilchenmann mehr als den symbolischen Schlüssel zu einem Schulhaus. Für ihn ist die Schule ein Frühindikator für Veränderungen in der Gesellschaft. Die Niederlenzer Schule setze deshalb in dieser «modernen Schullandschaft» auf «andere, neue Unterrichtsformen».

In den sogenannten Lernlandschaften hat jeder Schüler einen individuellen Platz. Die ehemaligen Klassenzimmer heissen hier Input-Räume. Sechs davon gibt es, allesamt ausgestattet mit modernsten E-Boards; der Reset-Knopf ersetzt das Tafelputzen. Mehrheitlich sind hier Stehpulte im Einsatz; auch die Coaching-Gespräche zwischen Lehrer und Schüler finden stehend statt. Da nimmt sich die Kochschule im Untergeschoss schon eher konventionell aus.

Passend ist im Entrée das Kunstwerk «Lebensfluss» von Franz Arnold montiert: Stämme von Eiben, die weichen mussten, ausgegossen mit Messing.

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