Der Mann für fast alle Fälle

Sich den FC Niederlenz ohne Theo Fricker vorzustellen, ist etwas schwierig. Er ist neben seinem Amt als Juniorentrainer für fast alles andere zuständig.

Theo Fricker bespricht das Spiel mit seinen Junioren.

Theo Fricker bespricht das Spiel mit seinen Junioren.

Theo Fricker, der Platzwart.

Theo Fricker, der Platzwart.

Theo, hast du mir eine Pfeife, ich habe sie daheim vergessen», «Theo, los schnäll, lueg, chönntisch nid ...» So tönt es an einem Samstag mit Spielbetrieb. Es ist schwierig, mit ihm in Ruhe ein Gespräch zu führen, immer wieder hat jemand ein Anliegen. Und er läuft, besorgt und gibt Tipps. Trainer, Vorstandsmitglied, Platzwart, J+S-Coach, Sportplatzkommission, Juniorenobmann. Im kommenden Jahr ist er 50 Jahre beim Verein, und es gibt kaum ein Amt, das er nicht bekleidet oder noch innehat. So als Trainer der F-Junioren. «Meine Aufgabe ist es, ihnen das Spiel beizubringen», bringt er seine Arbeit als Juniorentrainer auf den Punkt. Und er scheut sich auch nicht, einen Vater kurz in die Schranken zu weisen, welcher mit seinem Dazwischenrufen den Buben aus dem Konzept bringt. Er ist ein Trainer, der die Qualitäten der kleinen Kicker erkennt und nicht so schnell aufgibt. «Auch aus zwei linken Beinen gibt es ein rechtes und ein linkes», erklärt er schmunzelnd. Er gibt auch mal Sondertrainings und freut sich mit den Kindern über die Fortschritte. Selber stand der heute 60 Jahre alte Theo Fricker mit 42 Jahren zum letzten Mal aktiv auf dem Spielfeld. In seiner Aktivzeit als Spieler absolvierte er 345 Meisterschaftsspiele in der 1. Mannschaft für den FC Niederlenz.

Die Kollegialität und der Kitt

Gerne blickt er auf die Anfänge zurück, auf die Trainingslager in Tenero. «Das war damals nicht mehr als ein Rasenplatz und ein paar Stecken. Nicht das Sportzentrum, wie man es heute kennt», erinnert er sich. In all den Jahren stand für ihn vor allem eines, die Kollegialität. Der Kitt im Verein ist das, was er schätzt. Und er ist wohl einer, der viel dazu beigetragen hat, dass der FC Niederlenz ein Verein ist, in welchem man zusammenhält. Er ist schon so lange dabei und als Trainer tätig, das es kaum einen Spieler gibt, welcher nicht durch seine Schule ging. Da bedauert er etwas, dass die erste Mannschaft absteigen musste, aber optimistisch meint er: «Sie sind auf Kurs, das Konzept stimmt.»

Fast täglich 10 Kilometer

Sobald der Match gespielt ist und das Spiel noch kurz besprochen wurde, macht er sich daran, die Linien auf dem Feld nebenan frisch zu ziehen – auch das gehört zu seinen Ämtern. Es gibt kaum ein Tag, an welchem er nicht auf dem Altfeld anzutreffen ist. «Meine Arbeitszeit bei der Unifil hilft mir da ungemein, sonst könnte ich das Ganze gar nicht machen», ist er überzeugt. Und wenn er nicht auf dem Sportplatz ist?«Ich laufe fast täglich 10 km und baue in der Freizeit gerne Modelle zusammen.» Es scheint, dass für Theo Fricker der Tag mehr als 24 Stunden hat. Und prompt klopft es ans Fenster im Clubhaus. Da will wieder jemand etwas von ihm – Zeit, ihn ziehen zu lassen.

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