Der Frühling muss warten
Nur gerade vier Eier oder schätzungsweise fünf Minuten fehlten dem «Frühling» in Auenstein im Kampf gegen den hartnäckigen «Winter».
Es herrschte Hochbetrieb auf der 80 Meter langen, mit Sägemehl eingerahmten Laufstrecke. Clowns, Teufel, Feuerwehrmänner und vor allem die Alte und der Alte, die den Winter symbolisierten, störten die zwei «Frühlingsläufer» mit Erfolg am Eieraufleset in Auenstein. Die Aufgabe der Frühlingsfiguren – das elegante Ehepaar, Bajazzos, Neger, Affe, Clowns oder die zwei Soldaten – bestand darin, die weissen Eieraufleser Lukas und Marco Frei möglichst gut zu schützen. Auch die zwei riesigen Strohmänner mussten betreut werden, wenn sie hin und wieder umfielen und zur Gaudi der Zuschauer die Laufstrecke blockierten.
«Saluto Lugano» zum Einmarsch
Entlang der Eierstrecke traf man auch Zuschauer, die sich informieren liessen. Noch vor dem Einmarsch der «Gladiatoren», angeführt von der Musikgesellschaft Auenstein mit dem Marsch «Saluto Lugano», hatten die Verantwortlichen da und dort Gespräche mit Besuchern, die rein zufällig vorbeikamen. Eigentlich wollten Marianne Maurer und Ueli Schilter aus Lenzburg auf die Gisliflue. Aber das wilde Treiben vor dem Restaurant Schmitte liessen sie sich dann doch nicht entgehen. «Jetzt schauen wir hier mal zu, was alles passiert», wurde Marianne Maurer gwundrig, «das haben wir noch nie erlebt, und die Gislifluewanderung wird dann halt etwas kürzer.» Für viele andere Besucher ist es sehr wichtig, dass alte Traditionen unbedingt erhalten bleiben, und alle machten den Verantwortlichen grosse Komplimente.
Punkt 15.19 Uhr war es dann so weit: Der Frühling in Auenstein muss noch etwas warten. Es lagen nur noch vier Eier im Sägemehl, als der «Winter» zurückkam. Die beiden Weissen kamen von der 13,4 Kilometer langen Laufstrecke zur Bözenegg in Schinznach-Dorf zurück. Natürlich hätten sich die Auensteiner gerne ab sofort den Frühling herbeigewünscht, die Läufer Michi Müller und Benno Frei wurden aber trotzdem mit einem Riesenapplaus empfangen. Gemeinsam warfen Frühling und Winter die letzten vier von exakt 160 Eiern ins aufgespannte Tuch der Eierfänger Christoph Alber und Reto Siegrist. Dass das ganze Prozedere auch wirklich stimmte, dafür sorgten Pascal Jordi als Eierzähler und Stefan Hochstrasser, der laufend die defekten Eier am Strassenrand ersetzte. Nach anderthalb Stunden wurde es ruhiger vor der Schmitte, bevor es am Abend zum «Eiertätsch» ging, wo die eingesammelten Eier als Spiegeleier verzehrt wurden. Wer weiss, vielleicht gab es wieder einen Rekord, der bis dato bei 64 Eiern stand.







