Der «Freihof» im Wandel der Zeit

Veränderungen im Dorfbild sind allgegenwärtig: Am Beispiel des Restaurants Freihof an der Aarauerstrasse in Staufen lässt sich dies veranschaulichen.

Ist heute Geschichte: Das Restaurant Freihof an der Aarauerstrasse in Staufen schloss Ende 2015. Foto: AG

Ist heute Geschichte: Das Restaurant Freihof an der Aarauerstrasse in Staufen schloss Ende 2015. Foto: AG

Inmitten von Wiesland und Obstbäumen: Eine Postkarte aus dem Jahre 1909 zeigt das Restaurant Freihof. Foto: zvg

Inmitten von Wiesland und Obstbäumen: Eine Postkarte aus dem Jahre 1909 zeigt das Restaurant Freihof. Foto: zvg

Unsere Quartiere und Ortsbilder verändern sich. Gebäude werden abgebrochen, ausgehöhlt, umgebaut und angebaut. Baukräne schwenken und Baulärm macht zu schaffen. Moderne Bauwerke, neue Strassen und Umfahrungen entstehen. Städte und Dörfer werden verdichtet und dehnen sich aus. Gebaut wird höher und dank optimierter Bauweise auch schneller. Manch vertrauter Winkel, lieb gewonnene Bilder und manche grüne Fläche verschwinden. Und die Einwohner: Sie zügeln, kommen und gehen wieder. Wir erleben Umschichtungen, Fremde ziehen ein und Unbekannte zu. Kommt hinzu, dass auch der Strassenverkehr laufend zunimmt. Und dennoch: Strassen und Plätze sind die Bühne für das Leben in der Gemeinde.

Am Beispiel des Restaurants Freihof an der Aarauerstrasse in Staufen lässt sich eine der Veränderungen der Ortsbilder eindrücklich veranschaulichen. Vor zwei Jahren markierten Bauprofile den Abbruch des Restaurants. Die Pläne zeigten im Erdgeschoss zwei Gewerberäume und darüberliegend siebzehn Einzimmerwohnungen zum Mieten. Ende 2015 schloss Wirtin Dora von Känel das beliebte Büezer- und Trucker-Restaurant. Erinnerungen an so manches Feierabendbier kamen auf. In den letzten fünfzehn Monaten ist der Wohn- und Gewerbebau entstanden. Für die Single-Wohnungen werden nun Mieter gesucht.

Wiesland und Obstbäume

Die Postkarte «Gruss aus Staufen» mit dem Restaurant Freihof aus dem Jahre 1909 gewinnt immer mehr an Wert. Auf den 1. Januar 1909 hat Robert Bosshard-Styner, 1879, von Baden herkommend, die Liegenschaft samt dem unüberbauten Umschwung und dem Kleinbauernhof an der Augustin-Keller-Strasse erworben. Das damalige Erscheinungsbild war geprägt von Wiesland und Obstbäumen.

Robert Bosshard-Styner führte neben seiner Wirtetätigkeit noch den Kleinbauernhof vis-à-vis und arbeitete teilweise als Büchsenmacher in der «Gwehri». Bei der abgebildeten Person auf der Postkarte aus dem Jahr 1909 handelt es sich um Maria Bosshard-Styner, die Ehefrau von Robert Bosshard. Auf den Armen trägt sie ihre älteste, einjährige Tochter Maria. Diese heiratete später Paul Rohr. Deren Tochter, wieder mit Vornamen Maria und Jahrgang 1930, ist eng mit Lenzburg verbunden, diente sie doch vierzig Jahre als Hauswirtschaftslehrerin und wohnt noch immer an der Aarauerstrasse 33 neben dem ehemaligen Restaurant Freihof.

Das exakte Baujahr des Restaurants ist unbekannt. Ohne das Erscheinungsbild wesentlich zu verändern, wurde das Restaurant zweimal umgebaut und einst in Richtung Staufen erweitert.

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